Märkte am Morgen

Neue Woche, alte Sorgen: Mit dem schwachen Wochenauftakt setzt sich die Kursmisere am deutschen Aktienmarkt fort. Mitte Dezember 2016 notierte der DAX ähnlich wie jetzt bei 10.600 Punkten, selbst für längerfristig ausgerichtete Anleger ist der laufende Rückschlag allmählich schmerzhaft.

Verstärkt wird die Nervosität durch die Entscheidung der britischen Regierung, die ursprünglich für heute geplante Abstimmung über den Brexit-Plan zu verschieben. Ein neues Datum wurde bisher nicht genannt. Premierministerin Theresa May will nun bei den EU-Kollegen um Zugeständnisse werben, um so die Erfolgschancen bei einer Abstimmung im Parlament zu verbessern. EU-Präsident Donald Tusk berief einen Brexit-Gipfel für Donnerstag ein. Die Aussichten sind aber eher schlecht, die Wahrscheinlichkeit eines ungeordneten Brexits nimmt zu. Das britische Pfund steht zum Dollar auf dem tiefsten Stand seit fast 20 Monaten.

Amerika rettet sich ins Plus

Hoffnungsvolle Signale kommen hingegen von den US-Börsen. Nach schwacher Eröffnung beendeten die großen Indizes den Handel im grünen Bereich. Der Dow Jones legte ausgehend vom Tief zeitweise um rund 600 Punkte zu und schloss 0,1 Prozent fester. Besonders bei den zuletzt stark gebeutelten Technologie-Aktien wie Facebook und Microsoft waren die Käufer aktiv, die Kurse legten um bis zu drei Prozent zu. Für den technologielastigen Nasdaq Composite ging es um 0,7 Prozent aufwärts, der Nasdaq Computer-Index rückte als einer der stärksten Indizes um 1,5 Prozent vor. Minuszeichen dominierten hingegen bei den Finanzwerten, auch die Papiere der Ölkonzerne wie Exxon Mobil und Chevron büßten angesichts des wieder sinkenden Ölpreises ein.

Unter Beobachtung standen vor allem die Aktien von Apple. Berichten zufolge will der Zulieferer Japan Display seine Displayproduktion für das neue iPhone deutlich kürzen. Vor dem Jahresende sei allerdings keine Produktionskürzung vorgesehen. Die Apple-Aktie kletterte um 0,7 Prozent.

DAX mit Gegenbewegung

In Asien blieben Anleger hingegen zurückhaltend, der Nikkei verliert um 0,3 Prozent. Hingegen zeichnet sich in Frankfurt eine Erholung ab, der DAX wird vorbörslich rund ein Prozent höher bei 10.730 Punkten erwartet. Von der Nervosität an den Aktienmärkten profitiert Gold, die Feinunze markierte kürzlich den höchsten Stand seit fünf Monaten.

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