Das Erfreuliche vorneweg: Mittlerweile können Anleger wieder bei einer Großzahl an Brokern alle US-Derivate von BNP Paribas kaufen und verkaufen. Im Einzelnen: comdirect, ING Diba, flatex, Targo, maxblue, Vitrade etwa.
Das war bis vor nicht allzu langer Zeit nicht so. Aufgrund eines Abschnitts im US-Steuergesetz, mit dem der US-Kongress sicherstellen will, dass Nicht-US-Personen über derivative Finanzinstrumente die Quellensteuer auf US-Aktien zahlen, musste vorübergehend eine Vielzahl von Derivaten auf US-Aktien vom Verkauf an den Anleger ausgeschlossen werden (siehe dazu auch MÄRKTE & ZERTIFIKATE Februar 2018). Zu den betroffenen Produkten gehören zum Beispiel Mini Futures Long und Unlimited Turbos Long.

Seit geraumer Zeit kann der Emittent Produkte im Rahmen der „Emittentenlösung“ emittieren und die angefallenen Steuern an die US-Behörden zahlen. „Deshalb werden bei den von der US-Besteuerung betroffenen Produkten pauschal 30 Prozent auf Dividendenausschüttungen abgeführt“, erklärt Kais Adsi, Derivate-Experte bei BNP Paribas. Daher hat BNP Paribas vor einem Jahr angefangen, wieder Produkte auf US-Werte anzubieten, die von der US-Steuerregelung betroffen sind. Nur konnten Anleger diese noch nicht bei jedem Broker kaufen. Nun füllt sich allmählich diese „Lücke“.
Noch offen ist übrigens der Start-Termin bei Consorsbank sowie den Österreichern Hellobank und bankdirekt.at. BNP Paribas hält Anleger über MÄRKTE & ZERTIFIKATE sowie den MÄRKTE & ZERTIFIKATE weekly auf dem Laufenden.

Diese Produkte fallen nicht unter die US-Steuerinitiative:

1) Hebelprodukte und Zertifikate, die sich auf einen qualifizierten Index beziehen, sind von der Regelung ausgenommen. Zu den qualifizierten Indizes gehören unter anderem:
– Dow Jones
– S&P 500
– Nasdaq 100
2) Short-Produkte
3) Derivate mit einem Delta kleiner 1 (in 2017 und 2018)
4) Für Derivate, die vor dem 01.01.2017 emittiert und gekauft wurden, gilt ein Bestandsschutz – sie sind also nicht betroffen.