• Kupfer

Im Interview: „Kupfer nimmt eine Spitzenposition ein.“

MÄRKTE & ZERTIFIKATE-Redakteur Sascha Grundmann trifft Michael Sander. Der Geschäftsführer des Deutschen Kupferinstituts über die Vielseitigkeit von Kupfer und warum es wichtig ist, neue Lagerstätten zu erschließen.

Was man nicht alles aus Kupfer herstellen kann. Staunend stehe ich in den Räumen des Deutschen Kupferinstituts in Düsseldorf und betrachten die vielen Artefakte aus Kupfer, die stilvoll angeordnet sind: eine Uhr, der Kern eines Transformators als Kunstobjekt, eine komplette Wand. Michael Sander, der Geschäftsführer des Verbands, begrüßt mich freundlich. Wir setzen uns, bereit über ein Metall zu sprechen, das nicht nur in diesen Räumen allgegenwärtig ist.

MÄRKTE & ZERTIFIKATE: Herr Sander, Kupfer gilt als Allrounder unter den Metallen. Warum?

Michael Sander: Weil es sich durch bestimmte Eigenschaften auszeichnet, die in dieser Kombination kein anderes Material und vor allem kein anderer Funktionswerkstoff aufweist.

MÄRKTE & ZERTIFIKATE: Inwiefern ist das von Vorteil?

Michael Sander: Diese Eigenschaften von Kupfer und auch Kupferlegierungen lassen sich in punkto Elektrik, Mechanik und Akustik gezielt beeinflussen. Insbesondere im Hinblick auf die Leitfähigkeit nimmt Kupfer mit weitem Abstand die Spitzenposition ein – nicht nur was die elektrische, sondern auch was die Wärmeleitfähigkeit angeht.

MÄRKTE & ZERTIFIKATE: Einsatzbereiche von Kupfer wie Batterien, Mikroelektronik und Klimaanlagen sind ja gemeinhin bekannt.

Michael Sander: Richtig. Weitgehend unbekannt sind hingegen Anwendungen im Einflussbereich von Seewasser beim Schiffbau, in der Meerwasserentsalzung oder als funkenfreier Werkzeugwerkstoff für explosionsgeschützte Bereiche. Auch die traditionellen Verwendungen im Bereich der Kunst als Gusswerkstoff für Skulpturen oder als Werkstoff für Musikinstrumente werden oft vergessen, da sie im Hinblick auf die Gesamtmenge des erzeugten Kupfers eine eher untergeordnete Rolle spielen. Denn mehr als zwei Drittel allen Kupfers dienen als Leiter in Kabeln, Drähten oder elektrischen Geräten.

MÄRKTE & ZERTIFIKATE: Im Moment wird ja am Markt viel über ein mögliches Defizit bei der Kupferversorgung in den kommenden Jahren spekuliert. Einige Prognosen gehen etwa davon aus, dass Mitte der 2020er-Jahre die Kupferproduktion in den Minen ihren Höhepunkt erreicht, sozusagen den Peak Copper. Das erinnert an die Spekulationen über den Peak Oil. Was sagen Sie dazu?

Michael Sander: Der Vergleich mit Öl ist gar nicht mal so abwegig. Auch beim Kupfer kommt es letztlich auf die Entdeckung und Erschließung von Lagerstätten sowie deren wirtschaftliche Ausbeutung an, wie bei Öl. Wesentlicher Unterschied zum Kupfer ist aber, dass ein Großteil des Öls immer noch als Energielieferant verbraucht wird, während Kupfer nach seiner Verwendung hervorragend wiederverwendet und in den Materialkreislauf zurückgeführt wird: Altgeräte und -installationen etwa stehen als zusätzliche Rohstoffquelle zur Verfügung und werden genutzt, um zumindest einen Teilbedarf zu decken. Kupfer wird gebraucht. nicht verbraucht.

MÄRKTE & ZERTIFIKATE: Wie sieht es denn mit der Angebotsseite abseits dieses umweltfreundlichen Aspekts aus?

Michael Sander: Entscheidend für eine Sicherstellung der Versorgung ist, dass rechtzeitig vor dem Anstieg der Bedarfe mit der Erschließung neuer Vorkommen begonnen wird. Zwischen Exploration und Beginn der Ausbeutung der Lagerstätten vergehen immerhin in der Regel fünf bis zehn Jahre.

MÄRKTE & ZERTIFIKATE: Was ist mit der Nachfrageseite?

Michael Sander Entscheidende Faktoren bei der Nachfrage sind natürlich auch die technologischen Entwicklungen im Anwendungsbereich und Megatrends wie Globalisierung, Urbanisierung und Digitalisierung. Hier gibt es Zukunftstechnologien wie die Dünnschicht-Fotovoltaik oder mikroelektrische Entwicklungen, für die Kupfer unerlässlich ist, die aber keine großen Absatzvolumina beherbergen. Überall, wo große Energien und Ströme im Spiel sind, wie etwa in der Antriebstechnik oder bei der Windenergie, sieht das natürlich ganz anders aus. Hier wird sehr viel mehr Kupfer benötigt.

MÄRKTE & ZERTIFIKATE: Wenn es um die potenzielle Kupfernachfrage geht, fällt auch oft das Stichwort Energiewende. Ist hier Kupfer wirklich so wichtig?

Michael Sander: Auf jeden Fall. Ohne den Werkstoff Kupfer wäre die Energiewende gar nicht möglich. Energiewende bedeutet ja den Wechsel von Atomenergie und fossilen Brennstoffen zu alternativen Energien. Kupfer findet sich sowohl in Wasserkraft-, Windkraft- als auch Solaranlagen. Moderne Windkraftanlagen beispielsweise benötigen heute inklusive Infrastruktur bis zu 30 Tonnen Kupfer. Kupfer ist in diesem Zusammenhang auch zum Energietransfer unverzichtbar.

MÄRKTE & ZERTIFIKATE: Das heißt?

Michael Sander: Wenn verfügbar, wird die Energie als elektrische transportiert, in Energiespeichern zwischengelagert und, wenn benötigt, wieder zurück in elektrische Energie umgewandelt. Energiespeicher arbeiten nach den unterschiedlichsten Prinzipien, aber In allen Systemen findet sich Kupfer. Zukünftig werden vielleicht in dezentralen Energiespeichern Energieüberschüsse aus alternativen Energien zwischengelagert, wie etwa in der Batterie des Elektroautos, das zu Hause oder an einer Ladestation am Netz hängt.

MÄRKTE & ZERTIFIKATE: Autos sind ein weiteres gutes Stichwort, sie sind ja wahre „Kupferfresser“. Wie viel Kupfer steckt in einem Fahrzeug?

Michael Sander: Der durchschnittliche Benziner kommt auf 25 Kilogramm Kupfer, Autos mit Elektroantrieb und Plug-in-Hybride auf 68 bis 74 Kilogramm. Doch das wird sich ändern. Denken Sie nur an Technologien wie das Autonome Fahren. Hier wird viel Elektronik verarbeitet, dazu braucht man Kupfer. Die Verwendung von Kupfer wird zunehmen.

MÄRKTE & ZERTIFIKATE: Kupfer wird ja weltweit abgebaut, dennoch ist ein Schwerpunkt Lateinamerika. Wie sicher ist die Kupferversorgung unter politischen Aspekten?

Michael Sander: Letzten Endes liegt es ja wohl im Inte­resse eines jeden Landes, Erträge aus den Minen zu erwirtschaften. So wie die Kupfervorkommen auf der ganzen Erde aber verteilt sind, sind auch die Risiken verteilt und damit mehr oder weniger minimiert.

MÄRKTE & ZERTIFIKATE: Fassen wir mal zusammen: Es wird derzeit genügend Kupfer abgebaut, aber tendenziell wächst die Nachfrage. Wann rechnen Sie denn mit einem möglichen Engpass bei der Versorgung?

Michael Sander: Wir rechnen zurzeit nicht mit Versorgungsproblemen. Dennoch ist es für unsere Branche wichtig, die technologischen Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf die Bedarfe im Blick zu behalten, um rechtzeitig reagieren zu können.

 

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Datum und Uhrzeit der ersten Verbreitung der Empfehlung: 28.09.2018 11:00 Uhr

By Olaf Hordenbach| 28. September 2018|