EUR/GBP-Währungspaar bleibt ein heißes Eisen

Die Lage rund um den Brexit bleibt konfus, wenngleich nach dem jüngsten Abstimmungsmarathon im britischen Unterhaus wahrscheinlich ist – sofern die 27 EU-Staaten zustimmen –, dass der Brexit verschoben wird. Aber bis wann, ist noch unklar. Kurzum: Das Währungspaar EUR/GBP ist weiterhin von zahlreichen Szenarien geprägt. Fakt ist jedoch, dass der Euro im Vergleich zum Pfund seit dem Jahreswechsel Federn lassen musste. Man könnte fast annehmen, die Union würde unter dem Brexit mehr leiden als umgekehrt.

EZB bleibt expansiv

Doch die Richtung des Währungspaars wird auch von anderen Faktoren bestimmt. Erst kürzlich hat die EZB ihrer ohnehin zögerlichen Zinswende eine Absage erteilt. Bis 2020 könnten die Leitzinsen in der Eurozone auf dem aktuell niedrigen Niveau verharren. Hinzu kommt, dass Kreditspritzen an Banken auch weiterhin bestehen bleiben: Ab September 2019 wird es bis März 2021 Tranchen mit zweijähriger Laufzeit geben. Die Maßnahmen werden vom Markt als Indiz für Schwäche gedeutet. Trotz der heiklen Lage in Großbritannien neigt der Euro daher zur Schwäche. Wie sich das Währungspaar künftig entwickeln wird, ist angesichts dieser Gemengelage kaum seriös zu prognostizieren. Erst wenn das Währungspaar die Spanne von 0,85 bis 0,90 nachhaltig verlässt, ist mit Impulsen zu rechnen – entweder in die eine oder andere Richtung.