• Turbo Optionsscheine sind Hebelprodukte bei denen für die Preisbildung fast ausschließlich
    der Kurs des Basiswertes verantwortlich ist.
  • Die absoluten Kursbewegungen des Basiswertes werden nahezu 1:1 nachvollzogen.
    Dadurch entsteht eine unmittelbare Hebelwirkung.
  • Turbo Optionsscheine eignen sich für die kuzfristige Spekulation sowie, im Falle von
    Turbo Short Optionsscheinen, für die Absicherung bestehender Kapitalanlagen.
  • Da der Basispreis von Turbo Optionsscheinen gleichzeitig als Knock-out-Schwelle dient
    und kein Stop-Loss-Puffer zwischengeschaltet wird, besteht ein Totalverlustrisiko, das
    höher ist als bei anderen Hebelprodukten.

››Die Performance zählt‹‹

Sie erkennen eine kurzfristige, auf ein paar Tage angelegte Trading-Chance, beispielsweise
in einer Aktie oder einem Rohstoff, und möchten mit Hebelwirkung auf die erhoffte
Kursbewegung dieses Basiswertes setzen. Sie sind sich des Risikos einer Fehleinschätzung
bewusst und haben deswegen auch ein Worst-Case-Szenario mit Blick auf die nicht erwartete Kursbewegung entwickelt. Nun suchen Sie ein Produkt, das mit einer unmittelbaren Hebelwirkung die prozentuale Bewegung des Basiswertes um ein Vielfaches verstärkt und Ihnen eine hohe Rendite erwirtschaften kann. Gleichzeitig gehen Sie bewusst das Risiko eines möglichen Totalverlusts ein. Bei einem solchen Ausgangsszenariodürfte der Turbo Optionsschein noch vor allen anderen Hebelprodukten die erste Wahl für Sie sein. Mit Turbos partizipieren Sie überproportional an steigenden (Long) bzw. fallenden (Short) Kursen des Basiswertes. Das kann grundsätzlich jedes Kapitalmarktprodukt sein, also eine Aktie, ein Aktienindex, aber auch eine Währung oder ein Rohstoff. Die absoluten Kursbewegungen des Basiswertes werden nahezu 1:1, also Cent für Cent und Euro für Euro, von den Turbos nachvollzogen.

Basispreis

Die Hebelwirkung von Turbos entsteht dadurch, dass Sie weniger Kapital einsetzen müssen
als für eine Anlage in den jeweiligen Basiswert, gleichzeitig aber dessen absolute Kursbewegungen nahezu unmittelbar Cent für Cent und Euro für Euro von den Turbos nachvollzogen werden. Das wird dadurch erreicht, dass Turbos die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswertes und einer Berechnungsbasis für den Erwerbspreis, dem Basispreis, abbilden. Tatsächlich liegt der Erwerbspreis von Turbos in der Regel sehr nahe an dieser Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswertes und dem Basispreis.

Long und Short

Ein Turbo Long bezieht sich auf die A&A Aktie. Die Aktie möge bei 12 Euro
notieren und der Turbo Long einen Basispreis in Höhe von 10 Euro haben. Da der Preis
des Turbo Long die Differenz zwischen dem Kurs der Aktie und dem Basispreis abbildet,
wird der Preis bei rund 2 Euro liegen.

Bei Turbos Short muss der Basispreis über dem aktuellen Kurs des Basiswertes liegen, denn bei der Preisberechnung wird die Differenz zwischen dem höheren Basispreis und dem niedrigeren Kurs des Basiswertes ermittelt. So wird gewährleistet, dass sich bei fallenden Kursen des Basiswertes die Differenz erhöht und somit der Preis des Turbo Short steigt.

Beispiel Long: Ein Turbo Long oder Unlimited Turbo Long bezieht sich auf die A&A Aktie.
Die Aktie möge bei 12 Euro notieren und der Turbo Long einen Basispreis in Höhe von
10 Euro haben. Da der Preis des Turbo Long die Differenz zwischen dem Kurs der Aktie
und dem Basispreis abbildet, wird der Preis bei rund 2 Euro liegen.

Beispiel Short: Ein Turbo Short oder Unlimited Turbo Short bezieht sich auf die A&A Aktie.
Ein Turbo Short bezieht sich auf die A&A Aktie. Die Aktie möge bei 8 Euro notieren und der Turbo Short einen Basispreis in Höhe von 10 Euro haben. Da der Preis des Turbo Short die Differenz zwischen dem Basispreis und dem Kurs der Aktie abbildet, wird der Preis bei rund 2 Euro liegen.

Basispreis und Hebelwirkung

Wie entsteht nun konkret die Hebelwirkung? Führen wir dazu das gerade genannte Beispiel einfach einen Schritt weiter, indem wir den Kurs des Basiswertes steigen (Long) bzw. fallen (Short) lassen:

Beispiel Long: Die A&A Aktie steigt um 10 % und notiert somit bei 13,20 Euro.¹ Da der Preis des Turbo Long oder eines Unlimited Turbo Long die Differenz zwischen dem Kurs der Aktie und dem Basispreis abbildet, liegt der Preis nun bei rund 3,20 Euro.² Er ist somit nicht um 10 % gestiegen wie die Aktie, sondern um 60 %.³ Der Gewinn, den der Anleger damit in diesem Szenario erzielt hat, ist vor Berücksichtigung von Erwerbskosten sechsmal so hoch wie bei der Direktanlage in den Basiswert. Die Zahlung von Dividenden bei einer Direktanlage in die Aktie haben wir allerdings bei diesem Beispiel nicht berücksichtigt.

¹ 12 + 12 x 0,1 = 13,20; ² 13,2 - 10 = 3,2; ³ 3,2 / 2 - 1 = 0,6

Beispiel Turbo Short: Die A&A Aktie fällt um 10 % und notiert somit bei 7,20 Euro.
Da der Preis des Turbo Short oder eines Unlimited Turbo Short die Differenz zwischen der Basispreis und dem Kurs der Aktie abbildet, liegt der Preis nun bei rund 2,80 Euro.
Er ist somit nicht um 10 % gefallen wie die Aktie, sondern um 40 % gestiegen. Auch hier haben wir eine Rendite aus der Zahlung von Dividenden bei einer Direktanlage in die Aktie allerdings nicht berücksichtigt. Über die Höhe des Basispreises kann der Anleger bei Turbos die Höhe der gewünschten Hebelwirkung steuern. Bitte beachten Sie dabei, dass die Hebelwirkung in beide Richtungen läuft, für Sie also positiv (wenn sich der Kurs des Basiswertes in die gewünschte Richtung entwickelt) oder negativ (wenn dies nicht der Fall ist) sein kann.

8 - 8 x 0,1 = 7,20; 10 - 7,20 = 2,8; ⁶ 2,8 / 2 - 1 = 0,4

Für Long gilt: Je niedriger der Basispreis, umso größer die Differenz und umso höher damit auch der Erwerbspreis, umso geringer dadurch aber die Hebelwirkung des Turbo. Umgekehrt gilt: Je höher der Basispreis, umso geringer die Differenz und umso niedriger damit auch der Erwerbspreis, umso höher dadurch aber die Hebelwirkung eines Turbo Long oder eines
Unlimited Turbo Long.

Für Short gilt: Je höher der Basispreis, umso größer die Differenz und umso höher damit auch der Erwerbspreis, umso geringer dadurch aber die Hebelwirkung des Turbo. Umgekehrt gilt: Je niedriger der Basispreis, umso geringer die Differenz und umso niedriger damit auch der Erwerbspreis, umso höher dadurch aber die Hebelwirkung eines Turbo Short oder eines
Unlimited Turbo Short.

Basispreis und Knock-out-Schwelle

Der Basispreis hat bei Turbos nicht nur die Funktion einer Berechnungsbasis und damit
der Stellgröße für die Hebelwirkung. Der Basispreis ist gleichzeitig auch die Stellgröße
für das Risiko der Anlage. Sofern nämlich der Kurs des Basiswertes nur einmal während
der Laufzeit den Basispreis eines Turbo Long erreicht oder unterschreitet, so verfällt der
Turbo sofort. Umgekehrtes gilt für Turbos Short: Hier verfällt der Turbo, sofern der Kurs
des Basiswertes den Basispreis erreicht oder überschritten hat. Als Konsequenz aus
dem sofortigen Verfall eines Turbo erleidet der Anleger praktisch einen Totalverlust auf
seinen Kapitaleinsatz, denn er bekommt dann lediglich einen Restbetrag in Höhe von
0,001 Euro je Turbo erstattet.

Ein solches Ereignis wird bei Hebelprodukten als Knock-out bezeichnet. Basispreis und
Knock-out-Schwelle liegen, wie gerade beschrieben, bei Turbos auf exakt der gleichen Höhe. Bei anderen Typen von Hebelprodukten (wie zum Beispiel unseren MINI Futures) kann das anders gelagert sein. Um zu erklären, was es mit der Funktion des Basispreises als Knock-out-Schwelle konkret auf sich hat, ergänzen wir dazu das oben genannte Beispiel um ein weiteres Szenario:

Beispiel Long: Der Kurs der A&A Aktie fällt auf die Marke von 10 Euro. Da der Basispreis des Turbo Long bei 10 Euro liegt, erfolgt der Knock-out. Als Folge des Erreichens des Basispreises erlischt der Turbo Long sofort und wird nahezu wertlos. Der Anleger erhält
0,001 Euro je Turbo Long.

Beispiel Short: Der Kurs der A&A Aktie steigt auf die Marke von 10 Euro. Da der Basispreis des Turbo Short bei 10 Euro liegt, erfolgt der Knock-out. Als Folge des Erreichens des Basispreises erlischt der Turbo Short sofort und wird nahezu wertlos. Der Anleger erhält 0,001 Euro je Turbo Short.

Knock-out-Schwelle und Handelszeiten

Sie sollten berücksichtigen, dass ein Knock-out auch ausserhalb der Handelszeiten der
Turbo Optionsscheine eintreten kann. Das liegt daran, dass die für den Knock-out maßgeblichen
Handelszeiten für den Basiswert von den Handelszeiten der Turbo Optionsscheine abweichen kann. Im börslichen Handel werden Optionsscheine und Zertifikate von BNP Paribas von 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr, im ausserbörslichen Handel von 8:00 Uhr bis 22:00 Uhr gehandelt. Der börsliche Handel von asiatischen Aktien beispielsweise findet jedoch bereits vor 8:00 Uhr deutsche Zeit statt und der Handel US-amerikanischer Aktien kann, je nach Zeitumstellung (Sommer-, Winterzeit) auch nach 22:00 Uhr deutsche Zeit weiter gehen. Ähnliches gilt für Rohstoffe. Insofern sollten Sie sich über das Risiko im Klaren sein, dass sich ein Basiswert in Richtung auf eine Knock-out-Schwelle
bewegt und Sie Ihren Turbo Optionsschein noch nicht oder nicht mehr handeln können.

Basispreis und Aufgeld

Wir sagten zuvor, dass der Erwerbspreis eines Turbo durch die Differenz zwischen dem
aktuellen Kurs des Basiswertes und dem Basispreis bestimmt wird. Das ist auch grundsätzlich
richtig, jedoch wird der Erwerbspreis im konkreten Fall um einen geringen Betrag
über dieser Differenz, gegebenenfalls aber auch unter dieser Differenz liegen.

Beispiel Long: Der Erwerbspreis des Turbo Long auf die A&A Aktie mit einem Basispreis in Höhe von 10 Euro wird bei einem aktuellen Kurs der Aktie in Höhe von 12 Euro bei etwas mehr als 2 Euro, etwa bei 2,10 Euro, liegen. Zu der Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswertes (12 Euro) und dem Basispreis des Turbo Long (10 Euro) addiert der Emittent ein Aufgeld, das in diesem Beispiel bei 0,10 Euro liegt.

Beispiel Turbo Short: Der Erwerbspreis des Turbo Short auf die A&A Aktie mit einem Basispreis in Höhe von 10 Euro wird bei einem aktuellen Kurs der Aktie in Höhe von
8 Euro bei etwas mehr als 2 Euro, etwa bei 2,10 Euro, liegen. Zu der Differenz zwischen
dem Basispreis des Turbo Short (10 Euro) und dem aktuellen Kurs des Basiswertes (8 Euro) addiert der Emittent ein Aufgeld, die in diesem Beispiel bei 0,10 Euro liegt. Das Hinzufügen eines Aufgeldes ist natürlich keine willkürliche Entscheidung des Emittenten. Zum einen geht es hier um einen Finanzierungseffekt und zum anderen, allerdings nur bei Aktien als Basiswert, um die während der Laufzeit ausgeschütteten Dividenden. Schliesslich muss noch eine Risikokomponente, das „Gap Risiko”, berücksichtigt warden. Wir werden auf das Thema „Aufgeld“ näher im Kapitel „Hintergrundwissen” eingehen.

Auszahlungsbetrag

Am Ende der Laufzeit steht der Bewertungstag. Sofern Sie als Anleger den Turbo bis zum Bewertungstag nicht verkauft haben sollten, erhalten Sie einen Auszahlungsbetrag. Dieser entspricht der Differenz zwischen dem Referenzpreis – das ist in der Regel der Schlusskurs des Basiswertes am Bewertungstag – und dem Basispreis. Die Ausübung von Turbos vor dem Ende der Laufzeit ist bei dieser Art von Turbos nicht möglich.

Bitte beachten Sie auch die Wichtigen Hinweise.

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