Im Folgenden möchten wir Ihnen Informationen zu Bonus Calls auf einen Blick gewähren.

  • Bonus Calls sind Hebelprodukte, die einen herkömmlichen Call Optionsschein mit einem Zusatzelement verknüpfen.
  • Das Zusatzelement besteht darin, dass der Anleger am Laufzeitende anstelle des Auszahlungsbetrags, der über das herkömmliche Optionsrecht für Call Optionsscheine ermittelt wird, einen Mindestbetrag erhält, sofern dieser der größere der beiden Beträge ist.
  • Die Zahlung des Mindestbetrags ist an die Bedingung gekoppelt, dass der Kurs des Basiswertes während der Laufzeit eine Barriere nicht erreicht oder unterschreitet. Sobald das jedoch passiert, wird aus dem Bonus Call ein herkömmlicher Call Optionsschein.
  • Bonus Calls sind Wertpapiere mit einem Totalverlustrisiko, sofern die Barriere verletzt
    wurde.

Sie erwarten, dass der Kurs einer bestimmten Aktie oder eines Aktienindex in den kommenden Wochen und Monaten steigen wird, und möchten mit Hebelwirkung auf diese Kursbewegung setzen. Zusätzlich wünschen Sie sich für den Fall, dass der Kursanstieg des Basiswertes nur sehr schwach ausfällt, die Chance auf die Auszahlung eines von vornherein festgelegten Mindestbetrags. Bonus Calls sind Hebelprodukte, die diese Bedingungen erfüllen.

››Das Beste kommt zum Schluss.‹‹

Bonus Calls beziehen sich auf eine Aktie oder einen Aktienindex. Wie bei herkömmlichen Call Optionsscheinen führen steigende Kurse des Basiswertes zu steigenden und fallende Kurse des Basiswertes zu fallenden Preisen im Bonus Call. Eine Zusatzchance beeinflusst allerdings die Preisbildung, sodass der Preis auf Kursbewegungen des Basiswertes je nach Laufzeit und aktuellem Kursniveau unterschiedlich stark reagiert. Der Anleger sollte nicht von einer ausgeprägten und kontinuierlichen Synchronität zu den Kursentwicklungen des Basiswertes ausgehen.

Auszahlungsbetrag mit Zusatzchance

Das Optionsrecht von Bonus Calls entspricht zunächst dem von herkömmlichen Call Optionsscheinen: Der Inhaber erhält am Laufzeitende einen Auszahlungsbetrag, der der Differenz aus dem Kurs des Basiswertes am Bewertungstag, dem sogenannte Referenzpreis, und dem Basispreis des Bonus Calls entspricht.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Optionsscheinen gewährt der Bonus Call jedoch eine Zusatzchance: Zum Emissionszeitpunkt wird ein bestimmter Kurs für den Basiswert, der „Bonuskurs“, festgelegt. Sofern die Differenz aus diesem Bonuskurs und dem Basispreis größer ist als die Differenz von Referenzpreis und Basispreis, erhält der Anleger den höheren Betrag. Diese Zusatzchance ist jedoch an eine Bedingung geknüpft: Der Kurs des Basiswertes muss jederzeit während der Laufzeit über einer Kursgrenze, der Barriere, notieren. Sofern die Barriere berührt oder unterschritten wurde, erlischt die Zusatzchance und aus dem Bonus Call wird ein herkömmlicher Call Optionsschein.

Beispiel Barriere nicht berührt oder unterschritten:
Die A&A Aktie notiert am Laufzeitende bei 11 Euro (Referenzpreis). Ein Bonus Call auf die A&A Aktie hat eine Laufzeit von einem Jahr. Basispreis und Barriere liegen bei 10 Euro, der Bonuskurs bei 12 Euro. Die Aktie hat während der gesamten Laufzeit die Barriere in Höhe von 10 Euro nicht berührt oder unterschritten. Der Anleger erhält unter dieser Bedingung den größeren Betrag von:

a) Bonuskurs minus Basispreis oder
b) Referenzpreis minus Basispreis

Der Betrag unter a) entspricht 2 Euro¹, der Betrag unter b) 1 Euro.² Somit erhält der
Anleger 2 Euro.

¹ 12 - 10 = 2; ² 11 - 10 = 1

Beispiel Barriere berührt oder unterschritten:
Die A&A Aktie notiert am Laufzeitende bei 11 Euro (Referenzpreis). Ein Bonus Call auf die A&A Aktie hat eine Laufzeit von einem Jahr. Basispreis und Barriere notieren bei 10 Euro, der Bonuskurs bei 12 Euro. Die Aktie hat während der Laufzeit mindestens einmal die Barriere in Höhe von 10 Euro berührt oder unterschritten. Der Anleger erhält unter dieser Bedingung einen Auszahlungsbetrag in Höhe der Differenz von Referenzpreis und Basispreis, also nur 1 Euro.³

³ 11 - 10 = 1

Hebelwirkung, Basispreis und Kapitaleinsatz

Die Hebelwirkung von Bonus Calls entsteht dadurch, dass Sie weniger Kapital einsetzen müssen als für eine Direktanlage in den jeweiligen Basiswert und dessen Kursbewegungen trotz des geringeren Kapitaleinsatzes nachvollzogen werden. Der Basispreis ist dabei eine entscheidende, jedoch nicht die alleine maßgebliche Stellgröße. Da insofern kein grundsätzlicher Unterschied zu herkömmlichen Call Optionsscheinen besteht, möchten wir für eine detaillierte Erläuterung dieses Themenkomplexes auf das entsprechende Kapitel in unserem Beitrag zu Optionsscheinen verweisen.

Preis, Innerer Wert und Zeitwert

Wie bei herkömmlichen Optionsscheinen lässt sich der Preis von Bonus Calls grundsätzlich aus der Addition eines Inneren Wertes und eines Zeitwertes erklären. Hinsichtlich der grundsätzlichen Ermittlung und Bedeutung von Innerem Wert und Zeitwert möchten wir auch hier auf das entsprechende Kapitel in unserem Beitrag zu Optionsscheinen verweisen.

Bei Bonus Calls muss jedoch zusätzlich berücksichtigt werden, dass dieses Hebelprodukt aus zwei Produktkomponenten besteht. Die Preisermittlung dieser zwei Komponenten erfolgt zunächst vollständig getrennt voneinander. Der tatsächliche Erwerbspreis des „Kombiproduktes“ Bonus Call ergibt sich aus der Addition zweier Produkte: zum einen des normalen Call Optionsscheins, zum anderen den des sogenannten „Down-and-out-Puts“.

Laufzeit, Zeitwertgewinn und Zeitwertverlust

Die Laufzeit hat neben der Kursentwicklung des Basiswertes einen entscheidenden Einfluss auf den Preis von Bonus Calls. Von herkömmlichen Call Optionsscheinen wissen wir, dass eine lange Laufzeit mit einem hohen Zeitwert einhergeht und eine kurze Laufzeit mit einem niedrigen Zeitwert. Daraus folgt, dass der Zeitwert zum Ende der Laufzeit gegen null läuft und herkömmliche Optionsscheine einem Zeitwertverlust unterliegen. Das gilt in dieser Ausschließlichkeit nicht für Bonus Calls, bei denen in den meisten Szenarien zwar ein Zeitwertverlust die Folge ist, aber in bestimmten Szenarien auch ein Zeitwertgewinn möglich ist. Das hängt von der Laufzeit, dem Kurs des Basiswertes relativ zu Basispreis und Bonuskurs des Bonus Calls ab. Wir werden auf diese Thematik im Kapitel „Hintergrundwissen“ näher eingehen.

Bitte beachten Sie auch die Wichtigen Hinweise.

Bonus Calls auf einen Blick

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