Bonus-Zertifikate auf einen Blick

  • Bonus-Zertifikate bilden die Kursentwicklung des Basiswertes ab und enthält zusätzlich
    einen Risikopuffer.
  • Sofern der Kurs des Basiswertes die Barriere nicht berührt oder unterschritten hat, erhält der Anleger am Laufzeitende einen Bonusbetrag oder, falls dieser höher ist, bei einem
    Bezugsverhältnis von 1:1 den Referenzpreis des Basiswertes.
  • Sofern die Barriere berührt oder unterschritten wurde, erlischt der Bonusmechanismus
    und der Anleger erhält den Referenzpreis des Basiswertes. In dieser Konstellation drohen
    dem Anleger Verluste, im Extremfall der Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

››Ein Extra lockt am Laufzeitende.‹‹

Kapitalmarktstudien belegen, dass die Aktie diejenige Anlageklasse ist, mit der Anleger in
langen Zeiträumen die höchsten Renditen erzielen können. Die Chance auf hohe Renditen ist jedoch nicht ohne Nebenwirkungen: Das tägliche Auf und Ab der Kurse, das Kursänderungsrisiko,
ist bei Aktien wesentlich höher als bei Anleihen, und dementsprechend hoch ist auch die Gefahr, Verluste zu erleiden. Viele Anleger trauen sich deswegen nicht, Geld in Aktien anzulegen, obwohl diese auf lange Zeiträume gerechnet historisch die chancenreichste Anlageklasse bilden.

Bonus-Zertifikate sind vor allem für diese Anlegergruppe entwickelt worden. Sie stellen eine Produktvariante für Anleger dar, die sich bei der Renditeerwartung an derjenigen von Aktien orientieren, gleichzeitig aber eine Begrenzung der Risiken wünschen. Das wesentliche Produktmerkmal dieses Zertifikatetyps ist, dass zumindest in einem bestimmten Maß fallende Kurse des Basiswertes abgepuffert werden können. Natürlich schützt dieser Risikopuffer nicht gänzlich vor Verlusten. Dies gilt auch oder gerade während der Laufzeit des Zertifikates. Gleichzeitig beinhalten Bonus-Zertifikate die Chance, auch bei einer Seitwärtsbewegung des Basiswertes eine positive Rendite zu erzielen.

Kursgewinn und Risikopuffer

Bonus-Zertifikate beziehen sich wie jeder andere Zertifikatetyp auch auf einen Basiswert. Das ist häufig eine Aktie oder ein Aktienindex. Die Laufzeit beträgt in der Regel bis zu drei Jahren. Am Laufzeitende, genau gesagt am Rückzahlungstermin, erhält der Anleger einen Auszahlungsbetrag, der mindestens der Höhe eines bei Emission festgelegten Kurses am Bewertungstag (etwa dem Schlusskurs) entspricht. Dieser Kurs wird Referenzpreis genannt. Sofern das Bonus-Zertifikat mit einem Bezugsverhältnis auf den Basiswert emittiert wurde, wie dies bei Aktienindizes als Basiswert in der Regel der Fall ist, wird der Referenzpreis mit dem Bezugsverhältnis multipliziert, um die genaue Höhe des Auszahlungsbetrags zu ermitteln.

Bonus und Barriere

Das Besondere an Bonus-Zertifikaten: Liegt der Kurs des Basiswertes während der gesamten
Laufzeit auf oder über einer zum Emissionszeitpunkt definierten Kursschwelle, der sogenannten Barriere, so hat der Anleger das Recht auf Zahlung eines Bonusbetrags. Je nachdem, wie die Kursentwicklung des Basiswertes verlaufen ist, kann der Bonusbetrag natürlich über oder unter dem Produkt aus Referenzpreis und Bezugsverhältnis liegen. Der Vorteil für den Anleger: Zur Auszahlung kommt immer der höhere Betrag. Sofern der Bonusbetrag also höher ist als der Referenzpreis (Bezugsverhältnis von 1:1 vorausgesetzt), erhalten Sie als Anleger den Bonusbetrag. Sofern dieser niedriger ist als der Referenzpreis, so kommt der Referenzpreis zur Auszahlung. Dieser wird dann gegebenenfalls mit dem Bezugsverhältnis multipliziert.

Wenn der Kurs des Basiswertes während der Laufzeit auf oder unter einer zum Emissionszeitpunkt
definierten Kursschwelle, der sogenannten Barriere, notiert, so erhalten Sie als Anleger am Laufzeitende immer einen Auszahlungsbetrag in Höhe des Referenzpreises, der dann gegebenenfalls mit dem Bezugsverhältnis multipliziert wird.

Dividenden

Wie wir in dem einleitenden Text zu diesem Handbuch sagten, haben Zertifikateinhaber kein Recht auf den Erhalt der Dividenden, die der Basiswert gegebenenfalls während der Laufzeit ausschüttet.

Verluste

Die Barriere erfüllt eine wichtige Funktion: Sie kann Sie vor Verlusten schützen, denn solange die Barriere nicht durchbrochen wurde, erhalten Sie immer mindestens den Bonusbetrag. Was passiert aber, wenn die Barriere während der Laufzeit verletzt wurde? Dann erhalten Sie am Laufzeitende einen Auszahlungsbetrag in Höhe des Referenzpreises. Und dieser Auszahlungsbetrag kann nicht nur unter Ihrem Erwerbspreis liegen, er kann im Extremfall sogar null betragen.

Das Zertifikat während der Laufzeit

Viele Anleger halten ihre Wertpapiere nicht bis zum Laufzeitende, sondern möchten sie
schon während der Laufzeit wieder verkaufen.

Wie Sie sicherlich vermuten, hängt der Preis eines Bonus-Zertifikates sehr stark vom Kurs des Basiswertes ab. Da aber Bonus-Zertifikate eine Optionskomponente enthalten, spielen daneben noch weitere Faktoren eine Rolle. Im Ergebnis führt dies dazu, dass sich der Preis eines Bonus-Zertifikates nicht proportional zur Kursentwicklung des Basiswertes verhält. Das sollten Sie vor allem dann berücksichtigen, wenn Sie von vornherein davon ausgehen, dass Sie Ihr Zertifikat nicht bis zum Laufzeitende behalten, sondern vorher wieder verkaufen wollen.

Vorteil Bonus-Zertifikat

  • Wird die Barriere nicht verletzt, so genügt bereits eine Seitwärtsbewegung des Basiswertes,
    um eine positive Rendite zu erzielen.
  • Wenn der Kurs des Basiswertes stark steigt, sind hohe Gewinne möglich.

Gefährlich wird es, wenn die Barriere verletzt wird. Dann drohen Verluste.

Bitte beachten Sie auch die Wichtigen Hinweise.

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