Im Folgenden werden wir den Einsatz von Turbos in der Praxis erläutern. Dabei werden wir sowohl die Long- als auch die Short-Version betrachten.

1. Turbo Long

Gewinn und Verlust: ein Beispiel
Lassen Sie uns drei konkrete Szenarien für eine Anlage in einen Turbo Long ansehen. Die Ausgangslage zum Erwerbszeitpunkt sieht dabei folgendermaßen aus, wobei wir pauschal ein Aufgeld in Höhe von 1 Euro ansetzen:

Kurs Basiswert – Basispreis + Aufgeld = 100 – 75 + 1 = 26;
Erwerbskosten vonseiten der Depotbank = 1,2 % des Erwerbspreises, (26 x 0,012) = 0,31. Die dem Anleger tatsächlich entstehenden Kosten können (u. U. sogar erheblich) von den in der Szenariobetrachtung zugrunde gelegten Kosten abweichen.

In der nun folgenden Grafik zeigen wir Ihnen, wie sich die Funktionsweise des Turbo Long erklären lässt und wie sich mögliche Gewinne und Verluste ergeben. Die Darstellung zeigt Ihnen mögliche Szenarien während der Laufzeit, die beim Turbo Long in unserem Beispiel mit sechs Monaten angesetzt wird. Die orange Gerade zeigt Ihnen auf der horizontalen Achse die möglichen Referenzpreise der A&A Aktie. Auf der vertikalen Achse können Sie die dazugehörende Wertentwicklung ablesen, also den prozentualen Gewinn oder Verlust.

Der grüne Chart zeigt Ihnen auf der horizontalen Achse die möglichen Preise des Turbo
Long, die mit den entsprechenden Referenzpreisen der A&A Aktie korrespondieren. Auf
der vertikalen Achse sehen Sie die Wertentwicklung des Turbo Long, also den prozentualen
Gewinn oder Verlust.

Die Grafik zeigt sehr deutlich die Hebelwirkung, die der Turbo Long entfaltet, denn für
jede Kursbewegung des Basiswertes (x-Achse) ist die Wertentwicklung (y-Achse) beim
Turbo Long um ein Vielfaches höher als beim Basiswert selbst.

Wir werden im Folgenden drei Szenarien durchspielen: ein positives, ein neutrales und
ein negatives. Die Erwerbskosten in Höhe von 0,31 Euro berücksichtigen wir, indem wir
sie vom Verkaufspreis des Turbo Long subtrahieren. Das Gleiche tun wir bei der Aktie,
bei der die Erwerbskosten ebenfalls 1,2 % des Erwerbspreises betragen, also 1,20 Euro.

 100 x 0,012 = 1,2

Szenario 1: positiv

Sofern der Kurs der A&A Aktie ab dem Erwerbszeitpunkt gestiegen ist und dann einen
Kurs in Höhe von 120 Euro erreicht hat, haben Sie als Anleger in die Aktie eine Rendite
in Höhe von 18,8 % erzielt.¹⁰ Mögliche Dividendenzahlungen werden hier außen vor gelassen.
Besser sieht es für Sie aus, wenn Sie in den Turbo Long angelegt haben. Unter
Berücksichtigung der Erwerbskosten erzielen Sie eine wesentlich höhere Rendite,
nämlich rund 75 %.¹¹¹¹ Die Hebelwirkung des Turbo Long beträgt also in diesem Beispiel nahezu das Vierfache.

¹⁰ (120 - 1,2) / 100 - 1 = 0,188; 
¹¹ (120 - 75 + 1 - 0,31) / 26 - 1 = 0,757

Szenario 2: neutral

Da Sie einen Erwerbspreis in Höhe von 26 Euro und Erwerbskosten in Höhe von 0,31 Euro gezahlt haben, wäre der Kurs des Basiswertes für Sie dann ein neutrales Ereignis, also das Erzielen weder einer positiven noch einer negativen Rendite, wenn der Preis des Turbo Long bei 26,31 Euro liegt. Das ist bei einem Kurs des Basiswertes in Höhe von
100,31 Euro der Fall.¹²

¹² (100,31 - 75 + 1 - 0,31) / 26 -1= 0

Szenario 3: negativ

Sofern die Aktie auf 75 Euro oder darunter fällt, erleiden Sie mit dem Turbo Long praktisch
einen Totalverlust, denn wenn der Basispreis berührt oder unterschritten wurde, erhalten Sie lediglich 0,001 Euro je Turbo. Mit der Aktie haben Sie nur 26,2 % des Kapitaleinsatzes
verloren.¹³ Mögliche Dividendenzahlungen werden hier außen vor gelassen.

¹³ (75 - 1,2) / 100 - 1 = -0,262

››Kurz und Knapp‹‹

  • Mit einem Turbo Long können Sie durch die Hebelwirkung weit höhere Renditen erzielen als bei einer Anlage in den Basiswert.
  • Die Hebelwirkung geht aber in beide Richtungen. Das heißt, dass auch Kursverluste
    des Basiswertes gehebelt werden.
  • Bei Erreichen oder Unterschreiten des Basispreises erleiden Sie praktisch einen Totalverlust
    des eingesetzten Kapitals.

In der nachfolgenden Tabelle können Sie die Wertentwicklung des obigen beispielhaften
Turbo Long in Abhängigkeit von möglichen Kursen der A&A Aktie nachverfolgen.

2. Turbo Long

Gewinn und Verlust: ein Beispiel
Lassen Sie uns nun drei konkrete Szenarien für eine Anlage in einen Turbo Short ansehen.
Die Ausgangslage zum Erwerbszeitpunkt sieht dabei folgendermaßen aus, wobei wir
pauschal ein Aufgeld in Höhe von 1 Euro ansetzen:

¹⁴ Basispreis - Kurs Basiswert + Aufgeld = 125 - 100 + 1 = 26; ¹⁵ Erwerbskosten  vonseiten der Depotbank = 1,2 % des Erwerbspreises, (26 x 0,012) = 0,31. Die dem Anleger tatsächlich entstehenden Kosten können (u. U. sogar erheblich) von den in 
der Szenariobetrachtung zugrunde gelegten Kosten abweichen.

In der nun folgenden Grafik zeigen wir Ihnen, wie sich die Funktionsweise des Turbo Short erklären lässt und wie sich mögliche Gewinne und Verluste vor Erwerbskosten ergeben. Die Darstellung zeigt Ihnen mögliche Szenarien während der Laufzeit, die beim Turbo Short in unserem Beispiel mit sechs Monaten angesetzt werden soll und beim Unlimited Turbo Short ja grundsätzlich unbeschränkt ist.

Die orange Gerade zeigt Ihnen auf der horizontalen Achse die möglichen Referenzpreise der A&A Aktie. Auf der vertikalen Achse können Sie die dazugehörende Wertentwicklung ablesen, also den prozentualen Gewinn oder Verlust.

Der grüne Chart zeigt Ihnen auf der horizontalen Achse die möglichen Preise des Turbo Short, die mit den entsprechenden Referenzpreisen der A&A Aktie korrespondieren. Auf der vertikalen Achse sehen Sie die Wertentwicklung des Turbo Short, also den prozentualen
Gewinn oder Verlust.

Die Grafik zeigt sehr deutlich die Hebelwirkung, die der Turbo Short entfaltet. Für jede positive Kursbewegung des Basiswertes (x-Achse) ist die negative Wertentwicklung (y-Achse) beim Turbo Short um ein Vielfaches höher als die des Basiswertes. Umgekehrtes gilt bei fallen Kursen des Basiswertes: Die positive Wertentwicklung des Turbo Short ist um ein Vielfaches höher als die negative des Basiswertes.

Wir werden im Folgenden drei Szenarien durchspielen: ein positives, ein neutrales und
ein negatives. Die Erwerbskosten in Höhe von 0,31 Euro berücksichtigen wir, indem wir
sie vom Verkaufspreis des Turbo Short subtrahieren. Das Gleiche tun wir bei der Aktie,
bei der die Erwerbskosten ebenfalls 1,2 % des Erwerbspreises betragen, also 1,20 Euro.¹

¹ 100 x 0,012 = 1,2

Szenario 1:

Sofern der Kurs der A&A Aktie seit dem Erwerbszeitpunkt auf 80 Euro gesunken sein sollte, haben Sie mit einer Anlage in den Basiswert einen Verlust in Höhe von 21,2 % erlitten.¹⁷ Mögliche Dividendenzahlungen werden hier außen vor gelassen. Sofern Sie mit dem Turbo Short auf fallende Kurse gesetzt haben, sieht es für Sie ganz gut aus. Unter Berücksichtigung der Erwerbskosten erzielen Sie eine hohe positive Rendite, nämlich rund 75 %.¹

¹⁷ (80 - 1,2) / 100 - 1 = -0,212; ¹ (125 - 80 + 1 - 0,31) / 26 - 1 = 0,75

Szenario 2: neutral

Da Sie einen Erwerbspreis in Höhe von 26 Euro und Erwerbskosten in Höhe von 0,31 Euro
gezahlt haben, wäre der Kurs des Basiswertes für Sie dann ein neutrales Ereignis, also
das Erzielen weder einer positiven noch einer negativen Rendite, wenn der Preis des
Turbo Short bei 26,31 Euro liegt. Das ist bei einem Kurs des Basiswertes in Höhe von
99,69 Euro der Fall.¹⁹

¹⁹ (125 - 99,69 + 1 - 0,31) / 26 - 1 = 0

Szenario 3: negativ

Sofern der Kurs des Basiswertes auf 125 Euro oder darüber steigt, haben Sie mit der
Direktanlage eine Rendite in Höhe von 23,8 % erzielt.²⁰ Mögliche Dividendenzahlungen
werden hier außen vor gelassen. Mit der Anlage in den (Unlimited) Turbo Short sieht
es ganz schlecht aus: Er wird praktisch wertlos, weil Sie lediglich 0,001 Euro je Turbo
erhalten.

²⁰ (125 - 1,2) / 100 - 1 = 0,238

››Kurz und Knapp‹‹

  • Mit einem Turbo Short können Sie gezielt auf fallende Kurse des Basiswertes setzen
    und durch die Hebelwirkung sehr hohe Renditen erzielen.
  • Die Hebelwirkung geht aber in beide Richtungen. Das heißt, dass auch Kursgewinne
    des Basiswertes gehebelt werden, die zu einem entsprechend hohen Kursverlust beim
    Turbo Short führen.
  • Bei Erreichen oder Überschreiten des Basispreises erleiden Sie praktisch einen Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

In der nachfolgenden Tabelle können Sie die Wertentwicklung des obigen beispielhaften
Turbo Short in Abhängigkeit von möglichen Kursen der A&A Aktie nachverfolgen.

››Produktvarianten‹‹

X-Turbos

Bei Turbos auf den DAX® möchten wir Sie auf eine Produktvariante, die sogenannten
X-Turbos, hinweisen. Die Handelszeiten des DAX laufen von 9:00 Uhr bis 17:30 Uhr. Der
auf den Index bezogene und an der Terminbörse Eurex gehandelte Future-Kontrakt handelt
jedoch länger, nämlich bis 22:00 Uhr. Um Marktteilnehmern eine Indikation für den
Kurs des DAX nach 17:30 Uhr zu geben, berechnet die Deutsche Börse seit einigen Jahren
von 17:45 Uhr bis 22:00 Uhr und auch von 8:00 bis 9:00 Uhr den X-DAX. Das ist ein auf
Grundlage der aktuellen Kurse des DAX-Futures berechneter Index und daher die beste
Indikation dafür, zu welchen Kursen der „tatsächliche“ DAX nach 17:30 Uhr handeln
würde.

Herkömmliche Turbos beziehen sich ausschließlich auf den DAX als Basiswert. Nicht so
die X-Turbos. Diese Produktvarianten beziehen sich sowohl auf den DAX als auch auf den
X-DAX. Das hat zur Folge, dass diese Produkte auch vor und nach Handelsschluss des
DAX verfallen können, sofern der Kurs des X-DAX die entsprechende Knock-out-Schwelle
berührt oder unterschritten (Long) bzw. überschritten (Short) hat.

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