Die Funktionsweise von Aktienanleihen

Lassen Sie uns drei konkrete Szenarien für eine Anlage in ein Aktienanleihen betrachten. Die Ausgangslage zum Erwerbszeitpunkt sieht dabei folgendermaßen aus:

Funktionsweise von Aktienanleihen anhand eines Beispiels erklärt

²Erwerbskosten vonseiten der Depotbank = 1,2 % des Erwerbspreises,
 (1.000 x 0,012) = 12. Die dem Anleger tatsächlich entstehenden Kosten können
 (u. U.sogar erheblich) von den in der Szenariobetrachtung zugrunde gelegten Kosten abweichen

In der nun folgenden Grafik zeigen wir Ihnen, wie sich die Funktionsweise der Aktienanleihe erklären lässt und wie sich mögliche Gewinne und Verluste vor Erwerbskosten darstellen. Ganz wichtig: Die Darstellung zeigt Ihnen mögliche Szenarien am Laufzeitende, also nicht während der Laufzeit. Außerdem gehen wir von einem Erwerb zu Laufzeitbeginn aus.

Die türkisfarbene Gerade zeigt Ihnen auf der horizontalen Achse die möglichen Referenzpreise der A&A Aktie. Auf der vertikalen Achse können Sie die dazugehörende Wertentwicklung ablesen, also den prozentualen Gewinn oder Verlust.

Der dunkelrote Chart zeigt Ihnen auf der horizontalen Achse die möglichen Referenzpreise der A&A Aktie und auf der vertikalen Achse die Wertentwicklung der Aktienanleihe, also den prozentualen Gewinn oder Verlust vor Kosten.

Funktionsweise von Aktienanleihen anhand eines Beispiels erklärt Funktionsweise von Aktienanleihen anhand eines Beispiels erklärt

Lassen Sie uns die beiden in der Grafik markierten Punkte kurz erläutern:

  1. An dieser Stelle liegt der Referenzpreis exakt auf Höhe des Basispreises, nämlich bei 100 Euro. Sie erhalten am Laufzeitende den Nennbetrag in Höhe von 1.000 Euro zuzüglich der Zinsen in Höhe von 6 % pro Jahr auf den Nennbetrag, also 60 Euro. Ab einem Referenzpreis von 100 Euro oder darüber erzielen Sie die maximal mögliche Rendite.
  2. An dieser Stelle haben Sie vor Berücksichtigung der Erwerbskosten weder eine positive
    noch eine negative Rendite erzielt. Das ist bei einem Referenzpreis in Höhe von exakt 94 Euro der Fall. Der Referenzpreis der A&A Aktie kann deswegen um 6 Euro fallen, weil Sie ja die Zinszahlung in Höhe von 6 % pro Jahr erhalten und sich bei einem Nennbetrag in Höhe von 1.000 Euro der positive Effekt der Zinszahlung und der negative Effekt der Aktienlieferung ausgleichen.³

³ (10 x 94 + 1.000 x 0,06) / 1.000 - 1 = 0

Gewinne und Verluste: drei Szenarien

Die Erwerbskosten in Höhe von 12 Euro berücksichtigen wir in den folgenden Szenarien für die Berechnung der Rendite, indem wir diese vom Zahlungsbetrag für die Aktienanleihe am Laufzeitende – also den Nennbetrag oder im Fall der Tilgung durch Aktien deren Gegenwert – subtrahieren.

Wichtig zu wissen: Die Zahlung des Nennbetrags oder die Lieferung der Aktien erfolgt nicht direkt am Bewertungstag, sondern fünf Bankarbeitstage später. Das liegt an den administrativen Abläufen, die im Zusammenhang mit der Tilgung eines Wertpapiers anfallen. Der Wert der dann zu liefernden Aktien kann sich also noch positiv oder auch negativ entwickeln. Diese mögliche Entwicklung ist in der Folge hier nicht berücksichtigt. Der Kurswert bei Lieferung entspricht also dem Referenzpreis.

Szenario 1: positiv

Sofern der Referenzpreis der A&A Aktie auf oder über dem Basispreis in Höhe von
100 Euro notiert, erhalten Sie nicht nur die Zinszahlung in Höhe von 6 % pro Jahr, sondern
auch den Nennbetrag. Besser wird es für Sie nicht mehr, eine höhere Rendite ist
nicht möglich. Unter Berücksichtigung der Erwerbskosten in Höhe von 12 Euro haben
Sie somit eine Rendite in Höhe von 4,8 % pro Jahr erzielt.

⁴ (1.000 + 1.000 x 0,06 - 12) / 1.000 - 1 = 0,048

Szenario 2: neutral

Da Sie in jedem Fall eine Zinszahlung in Höhe von 6 % pro Jahr auf den Nennbetrag erhalten, haben Sie einen kleinen Risikopuffer, der Sie in begrenztem Maß vor Verlusten schützt. Verluste können dann entstehen, wenn der Referenzpreis des Basiswertes unter dem Basispreis notiert und Sie anstelle des Nennbetrags den Basiswert, also die Aktien in einer bestimmten Stückzahl, erhalten. Um den Referenzpreis zu berechnen, bei dem Sie eine Rendite in Höhe von exakt null erzielen, müssen wir natürlich die Erwerbskosten berücksichtigen. Da sowohl die Zinsen als auch die Erwerbskosten in diesem Beispiel auf den Nennbetrag berechnet werden, können wir einfach das eine vom anderen subtrahieren und erhalten so einen Puffer in Höhe von 4,80 Euro.

⁵ 0,6 x 1.000 - 0,012 x 1.000 = 4,80

Szenario 3: negativ

Fällt der Referenzpreis unter den Kurs von 95,20 Euro, so erleiden Sie einen Verlust.
Notiert er beispielsweise bei 40 Euro, so erzielen Sie eine negative Rendite in Höhe von
-55,20 % pro Jahr.

(10 x 40 + 0,06 x 1.000 - 0,012 x 1.000) / 1.000 - 1 = -0,552

Kurz und knapp

  • Aktienanleihen zahlen einen festen Zinssatz, der auf Produktebene an keine weiteren
    Bedingungen geknüpft ist und in der Regel höher ist als der von Staats- oder Unternehmensanleihen.
  • Aktienanleihen zahlen einen festen Zinssatz, der auf Produktebene an keine weiteren
    Bedingungen geknüpft ist und in der Regel höher ist als der von Staats- oder Unternehmensanleihen.
  • Sinkt der Referenzpreis unter eine bestimmte Kursschwelle, so erhalten Sie die Aktie
    des Basiswertes und geraten gegebenenfalls in die Verlustzone.

In der nachfolgenden Tabelle können Sie die Wertentwicklung der obigen beispielhaften
Aktienanleihe in Abhängigkeit von möglichen Referenzpreisen der A&A Aktie nachverfolgen.

Funktionsweise von Aktienanleihen anhand eines Beispiels erklärt

Bitte beachten Sie auch die Wichtigen Hinweise.

Weitere Artikel zum Thema Aktienanleihen

  • Funktionsweise von Aktienanleihen