Die Chancen

  • MINI Futures bieten Anlegern die Chance auf hohe Renditen bei geringerem Kapitaleinsatz im Vergleich zu einer Direktinvestition in den Basiswert.
  • Kursbewegungen des Basiswertes werden von MINI Futures Cent für Cent und Euro für Euro mit Hebelwirkung nachvollzogen.
  • MINI Futures werden auf Basiswerte in nahezu allen Anlageklassen emittiert. Somit hat der Anleger die Möglichkeit, mit Hebelwirkung an den für ihn vorteilhaften Kursentwicklungen zu partizipieren.
  • Über die Wahl des Basispreises kann der Anleger sein individuelles Chance-Risiko-Profil abbilden.
  • Sofern die Abwicklungswährung nicht Ihre Anlagewährung ist, besteht die Chance auf
    Wechselkursgewinne.

Die Risiken

  • Berührt oder unterschreitet der Kurs des Basiswertes die Stop-Loss-Schwelle eines MINI Future Long, so erlischt der MINI Future Long und es kommt zur Zahlung des Auszahlungsbetrags. Berührt oder überschreitet der Kurs des Basiswertes die
    Stop-Loss-Schwelle eines MINI Future Short, so erlischt der MINI Future Short und es kommt zur Zahlung des Auszahlungsbetrags. Der Anleger hat in beiden Fällen das Risiko, dass der Auszahlungsbetrag deutlich unter dem Erwerbspreis zuzüglich der Kosten liegen kann. Im ungünstigsten Fall besteht ein Totalverlustrisiko, wenn der Basiswert innerhalb kurzer Zeit so schnell nach oben oder unten rutscht, dass der Stop-Loss-Mechanismus nicht greift.
  • Der Anleger trägt das Risiko, dass der Wert des MINI Future während der Laufzeit insbesondere durch die Marktpreis bestimmenden Faktoren nachteilig beeinflusst wird und auch deutlich unter dem Erwerbspreis zuzüglich der Kosten liegen kann.
  • Bestimmte Basiswerte werden rund um die Uhr gehandelt. Das bedeutet, dass auch ein mögliches vorzeitiges Ende des MINI Future, der sich auf solche Basiswerte bezieht, rund um die Uhr und nicht etwa nur zu XETRA-Handelszeiten möglich ist.
  • Mit MINI Futures erhalten Sie keine auf den Basiswert bezogenen Dividendenzahlungen.
  • Es besteht für Sie ein Wechselkursrisiko, wenn die Abwicklungswährung nicht Ihre
    Heimatwährung ist.
  • Sie sind dem Risiko der Insolvenz, das heißt der Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist dann möglich. Der Emittent ist eine 100-%ige Tochter der BNP Paribas S.A. Zwischen dem Emittenten und der BNP Paribas S.A. besteht ein deutschrechtlicher Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Angaben zum maßgeblichen Rating der BNP Paribas S.A. finden Sie unter www.derivate.bnpparibas.com.
  • MINI Futures unterliegen keiner Einlagensicherung.
  • Der Emittent kann die MINI Futures kündigen. Dann kann der Rückzahlungsbetrag
    unter Umständen erheblich unter dem Erwerbspreis liegen (ungünstigster Fall: Totalverlust). Zudem tragen Sie das Risiko, dass zu einem für Sie ungünstigen Zeitpunkt
  • gekündigt wird und Sie den Rückzahlungsbetrag zu schlechteren Bedingungen wieder anlegen können.

Hintergrundwissen

Wir möchten abschließend auf einige Aspekte der MINI Futures eingehen, die Ihr Knowhow rund um diesen Produkttyp abrunden und Ihnen die eine oder andere Frage beantworten, die Sie sich vielleicht beim Lesen der vorangegangenen Seiten gestellt haben.

So entsteht ein MINI Future

Ein MINI Future entspricht im Großen und Ganzen einer Anlage in den Basiswert mit
Stop-Loss, allerdings bei gleichzeitig geringerem Kapitaleinsatz. Nehmen wir als Beispiel eine Direktanlage in die A&A Aktie. Der Erwerbspreis der Aktie möge bei 12 Euro liegen und der Stop-Loss bei 11 Euro. Das heißt, Sie müssten 12 Euro anlegen und würden sich bei einem Kurs von 11 Euro oder weniger wieder von der Aktie trennen. Wie könnten nun die Konditionen eines MINI Future Long aussehen? Wie wir wissen, entsprechen grundsätzlich Gewinn und Verlust aus der Direktanlage Cent für Cent und Euro für Euro Gewinn und Verlust eines MINI Future Long. Allerdings benötigen wir eine Berechnungsbasis, denn wir wollen ja nicht den vollen Erwerbspreis der Aktie bezahlen, sondern durch den niedrigeren Erwerbspreis für den MINI Future Long einen Hebeleffekt erzielen.

Wir wissen mittlerweile auch, dass die Berechnungsbasis für die Preisbildung des MINI Future der Basispreis ist. Wenn aber der Stop-Loss unseres MINI Future Long auch bei einem Kurs der Aktie in Höhe von 11 Euro liegen soll, dann muss der Basispreis natürlich noch niedriger liegen. Wir könnten also beispielsweise einen Basispreis in Höhe von 10 Euro wählen. Der Erwerbspreis für den MINI Future würde dann bei 2 Euro liegen und wäre damit deutlich niedriger als der Kapitaleinsatz eines Anlegers, der direkt auf die Aktie setzt. Durch den Stop-Loss bei 11 Euro und dem niedrigeren Basispreis bei 10 Euro verbleibt beim MINI Future Long in der Regel ein Restwert, sofern es tatsächlich zum Stop-Loss Ereignis kommt.

Emittenten sichern also die an die Anleger verkauften Positionen in MINI Futures durch eine Gegenposition im Basiswert ab. Gleichzeitig wird ein Stop-Loss installiert. Bei MINI Futures Long erwerben die Emittenten den Basiswert. Umgekehrt bei MINI Futures Short: Hier leerverkaufen sie den Basiswert. Anstelle des Basiswertes kann auch ein Terminmarktprodukt, also ein Forward oder ein Future, gehandelt werden. Das ändert aber nichts an dem generellen Konstruktionsplan.

Preisbildung während der Laufzeit

Wir hatten bereits im ersten Kapitel „Auf einen Blick“ erwähnt, dass der Preis eines MINI Futures anhand der Differenz von aktuellem Kurs des Basiswertes und Basispreis ermittelt wird. Für MINI Futures Long gilt daher folgende Formel: Preis MINI Futures
Long = (Kurs Basiswert – Basispreis), während für MINI Futures Short gilt:
Preis MINI Futures Short = (Basispreis – Kurs Basiswert). Die Preisbildung von MINI Futures ist daher ausgesprochen transparent.

In Ausnahmesituationen muss der Emittent jedoch geringfügig von dieser Preisbildung abweichen und ein kleines Aufgeld zum Preis hinzu addieren. Diese Situationen treten dann ein, wenn der Kurs des Basiswertes Schwankungen unterliegt, die überdurchschnittlich hoch sind. Wenn das der Fall ist, trägt der Emittent ein zusätzliches Risiko, das er in der Preisbildung berücksichtigen muss. Das Risiko besteht darin, dass im Falle des Eintretens eines Stop-Loss-Ereignis unmittelbar danach der Kurs des Basiswertes so stark gefallen (Long) oder gestiegen (Short) ist, dass er seine zur Absicherung gehaltene Position im Basiswert nur zu Kursen  auflösen kann, die niedriger sind als die Differenz aus Basispreis und Kurs des Basiswertes. Das kann vor allem dann der Fall sein, wenn die Stop-Loss-Schwelle zwischen zwei Handelstagen überrannt wird. Der Emittent kann dann nicht unmittelbar auf das Stop-Loss-Ereignis reagieren, sondern kann erst mit Beginn des Handels im Basiswert mit der Auflösung der Position beginnen.

Auszahlungsbetrag bei Stop-Loss

Bei der Erläuterung der Stop-Loss-Schwelle hatten wir bereits gesagt, dass der Anleger grundsätzlich im Fall eines Stop-Loss-Ereignisses einen Restwert als Auszahlungsbetrag erhält und der Restwert eine rechnerische Größe ist, die in Höhe der Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswertes und dem Basispreis (10 Euro) liegt. Allerdings hängt es von den aktuellen Marktverhältnissen zum Zeitpunkt des Stop-Loss-Ereignisses ab, wie hoch der Auszahlungsbetrag tatsächlich sein wird.

Was passiert im Fall eines Stop-Loss-Ereignisses? Da der MINI Future erloschen ist, baut der Emittent seine Position im Basiswert, die er als Absicherung gegenüber den an die Anleger verkauften MINI Futures aufgebaut hat, wieder ab. Das muss innerhalb der Auflösungsfrist stattfinden, die drei Handelsstunden nach Eintritt des Stop-Loss-Ereignisses beträgt. Sollte das Stop-Loss-Ereignis einen MINI Future Long betreffen, veräußert der Emittent also die als Absicherung gehaltene Position im Basiswert. Geht es um einen MINI Future Short, so muss der Emittent den Basiswert kaufen, um die leerverkaufte Position zu schließen.

Weil das Schließen der Position mit dem Eintritt des Stop-Loss-Ereignisses beginnt und insgesamt drei Stunden dauern darf, wird der Emittent in der Regel auf unterschiedliche Kurse des Basiswertes handeln und insgesamt einen Durchschnittskurs erhalten. Es wird selten gelingen, die gesamte Position exakt auf der Höhe des Stop-Loss zu schließen. Allerdings werden die gehandelten Kurse in der Regel eng um diese Marke gestreut liegen. Hier kommen die Marktverhältnisse ins Spiel. Wenn nämlich die Tendenz des Markts ab Eintritt des Stop-Loss-Ereignisses steigend ist, dann wird der Emittent vermutlich seine Position zu einem Durchschnittskurs schließen, der über dem Stop-Loss liegt. Wenn die Tendenz des Marktes ab Eintritt des Stop-Loss-Ereignisses fallend ist, dann wird der Emittent vermutlich seine Position zu einem Durchschnittskurs schließen, der unter dem Stop-Loss liegt.

In jedem Fall bestimmt der über die Auflösung der Position erzielte Durchschnittskurs die tatsächliche Höhe des Auszahlungsbetrags. Dieser Durchschnittskurs wird Stop-Loss-Referenzstand genannt und kann theoretisch auch null sein. Der Auszahlungsbetrag für den MINI Future Long wird errechnet, indem der Basispreis vom Stop-Loss-Referenzstand subtrahiert wird. Umgekehrt bei MINI Future Short: Hier wird der Auszahlungsbetrag errechnet, indem der Stop-Loss-Referenzstand vom Basispreis subtrahiert wird.

Basispreisanpassung

Gehen wir jetzt den Prozess der Basispreisanpassung detailliert durch. Es bietet sich an,
Long und Short getrennt voneinander zu erklären.

1. MINI Future Long
Wir haben Ihnen eben erklärt, dass der Emittent die Absicherung von MINI Futures Long
durch den Erwerb des Basiswertes gewährleistet. Sie als Anleger zahlen aber nur die Differenz zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Kurs des Basiswertes. Insofern entstehen dem Emittenten Finanzierungskosten in Höhe des Basispreises.

Allerdings kann aufgrund der unbegrenzten Laufzeit kein Finanzierungszeitraum festgelegt werden, um die tatsächliche Höhe der Finanzierungskosten zu bestimmen. Deswegen bleibt dem Emittenten nichts anderes übrig, als den Basispreis Tag für Tag um einen Betrag anzuheben, der den täglichen Zinskosten entspricht.

2. MINI Future Short
Wir haben Ihnen eben erklärt, dass der Emittent die Absicherung von MINI Futures Short durch den Leerverkauf des Basiswertes gewährleistet. Durch den Leerverkauf des Basiswertes kann der Emittent den so vereinnahmten Betrag zinsbringend anlegen. Allerdings muss er sich den Basiswert von einem anderen Anleger leihen, bevor er ihn verkaufen kann, und zahlt für diese Wertpapierleihe einen Leihezins. Insofern ergibt sich bei MINI Futures Short eine Anpassung des Basispreises, der sich aus dem Saldo der Finanzierungserträge und der Leihekosten ergibt.

Anpassung der Stop-Loss-Schwelle

Die Anpassung der Stop-Loss-Schwellen ist im Vergleich dazu einfacher. Zum Emissionszeitpunkt wird hierfür ein bestimmter Prozentsatz festgelegt, der Stop-Loss-Schwellen-Anpassungssatz. Dieser kann sich etwa dann ändern, wenn sich der zugrunde liegende Zinssatz ändert. Dieser wird mit dem Basispreis multipliziert, um die Höhe der
Stop-Loss-Schwelle zu definieren.

Dividenden

Sie als Anleger in MINI Futures erhalten keine Dividenden. Trotzdem werden Dividenden bei der Berechnung des Preises eines MINI Future berücksichtigt, da der Emittent ja den Basiswert erworben (MINI Future Long) oder leerverkauft hat (MINI Future Short) und deswegen Dividenden erhält (MINI Future Long) oder diese weiterreichen muss (MINI Future Short). Am ersten Tag, an dem der Basiswert ex Dividende notiert, wird daher der Basispreis um einen entsprechenden Betrag angepasst. Dieser Tag wird Ex-Dividende-Tag genannt.

Zusammenfassung

  • MINI Futures können von Anlegern im Hinblick auf ihre Hebelwirkung und die Erzielung
    hoher Renditen eingesetzt werden.
  • MINI Futures werden vom Emittenten durch eine Handelsposition im Basiswert und
    einen Stop-Loss abgebildet.
  • Im Fall des Stop-Loss erhält der Anleger einen Auszahlungsbetrag. Die Höhe des Auszahlungsbetragsist davon abhängig, welchen Gegenwert der Emittent durch die Auflösung der Absicherungsposition im Basiswert erzielt.
  • Aufgrund des Finanzierungseffekts erfolgt eine tägliche Anpassung des Basispreises
    und der Stop-Loss-Schwelle. Die Höhe der Anpassung hängt ab von der Höhe des alten
    Basispreises, des Referenzzinssatzes und des Zinsanpassungssatzes.
  • Dividenden des Basiswertes während der Laufzeit werden wie die Finanzierungkosten
    durch eine Basispreisanpassung und eine Anpassung der Stop-Loss-Schwelle berücksichtigt. Die Anpassung erfolgt am Ex-Dividende-Tag.

Bitte beachten Sie auch die Wichtigen Hinweise.

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