Open End Zertifikate in der Praxis eröffnen Ihnen aber nicht nur viele Märkte, sondern sind auch praktisch und kostengünstig. Kehren wir zurück zu dem Beispiel eines Aktienindex. Natürlich könnten Sie sich die Mühe machen und jede einzelne Aktie eines beliebigen Aktienindex erwerben. Doch schon bei der Stückelung der einzelnen Aktien des Index hätten Sie ein Problem, denn es sind regelmäßig nicht nur ganze Anteile von Aktien in einem Index enthalten, sondern auch Bruchteile. Das nächste Problem: die regelmäßigen Anpassungen aufgrund von Kapitalmaßnahmen oder einer Umstellung der Gewichtung durch den Indexanbieter. Sie müssten sich bei jeder Anpassung um die aktuellen Indexdaten kümmern und dann natürlich die Anpassung auch in Ihrem Depot nachvollziehen. Das kostet Zeit. Und natürlich Geld, denn Sie müssten Aktien kaufen und gegebenenfalls verkaufen. Natürlich erhalten Sie dafür aber idealerweise Dividende. Potenziert werden der zeitliche und der finanzielle Aufwand bei ausländischen Aktienindizes, da Sie auf Probleme bei der Informationsbeschaffung treffen dürften und vergleichsweise hohe Erwerbskosten bei Kauf- und Verkaufsaufträgen an ausländischen Börsen haben würden. Anders beim Open End Zertifikat: Hier übernimmt der Emittent die Anpassung. Gebühren werden dafür in der Regel nicht berechnet.

Zusätzliche Kosten möglich

BNP Paribas bietet Ihnen Open End Zertifikate auf die meisten Indizes frei von zusätzlichen Gebühren an. Sie tragen also nur die üblichen Erwerbskosten.¹ Das trifft jedoch nicht auf alle Open End Zertifikate zu. Bei einigen Basiswerten müssen beispielsweise Lizenzgebühren an eine Indexberechnungsstelle abgeführt werden oder es können zusätzliche Handelskosten entstehen, die Ihnen ganz oder teilweise weiterbelastet werden und so den Wert Ihres Open End Zertifikates mindern. Wir möchten Sie daher bitten, sich vor einer Anlage in ein Open End Zertifikat in jedem Fall in den jeweiligen Endgültigen Angebotsbedingungen darüber zu informieren, ob neben den Erwerbskosten gegebenenfalls weitere Kosten anfallen. Selbstverständlich können Sie diese Informationen auch über unsere kostenlose telefonisch Hotline abfragen, die für Sie von 8:00 Uhr bis 22:00 Uhr zur Verfügung steht: 0800 0267 267.

¹ Erwerbskosten vonseiten der Depotbank = 1,2 % des Erwerbspreises. Die dem Anleger tatsächlich entstehenden Kosten können (u. U. sogar erheblich) von den in der Szenariobetrachtung zugrunde gelegten Kosten abweichen.

Die Einlösung durch den Anleger bzw. die Kündigung durch den Emittenten

Da Open End Zertifikate keine von vornherein begrenzte Laufzeit haben, können Anleger nicht auf einen festen Bewertungstag und einen darauf folgenden Rückzahlungstermin warten. Die meisten Anleger verkaufen deswegen ihr Open End Zertifikat über die Börse oder außerbörsliche Handelssysteme, wenn sie sich von der Anlage trennen möchten, da das der einfachste Weg ist.

Die Endgültigen Angebotsbedingungen von Open End Zertifikaten sehen aber auch vor, dass der Anleger die Zertifikate einlösen und so die Rückzahlung verlangen kann und der Emittent das Zertifikat kündigen kann. Am Ende der Abrechnung im Fall einer Einlösung oder Kündigung seitens des Emittenten steht die Zahlung eines Auszahlungsbetrags, der dem Kurswert des Zertifikates an einem bestimmten Zeitpunkt entspricht. In beiden Fällen muss – bei Einlösung auch seitens des Anlegers – ein bestimmter administrativer Ablauf eingehalten werden, zu dem auch das Einhalten von Fristen gehört. Sofern Sie sich näher über die Anforderungen der Einlösung bzw. der Kündigung eines Open End Zertifikates informieren wollen, möchten wir Sie an dieser Stelle auf die Endgültigen Angebotsbedingungen zu dem jeweiligen Open End Zertifikat verweisen.

Open End Zertifikate in der Praxis – Chancen und Risiken

Die Chancen

  • Grundsätzlich unbegrenzte und vollständige Teilnahme an der positiven Kursentwicklung des Basiswertes.
  • Bei Indizes als Basiswert ist hohe Diversifikation bereits mit einem einzigen Wertpapier möglich.
  • Abbildung auch „exotischer Märkte“ und Basiswerte möglich.
  • Häufig geringerer administrativer Aufwand und niedrigere Transaktionskosten gegenüber der Direktanlage in den Basiswert.
  • Anpassungen des Basiswertes (beispielsweise Umschichtungenim Index) werden automatisch und grundsätzlich ohne zusätzliche Kosten nachvollzogen.
  • Ausschaltung des Wechselkursrisikos bei Anlage in Märkte möglich, deren Heimatwährung nicht der Euro ist (Quanto).

Die Risiken

  • Der Wert des Open End Zertifikates kann deutlich unter dem Erwerbspreis liegen. Ungünstigster Fall: Totalverlust des eingesetzten Kapitals, wenn der Basiswert bei null notiert.
  • Mit dem Open End Zertifikat erhalten Sie keine auf den Basiswert bezogenen Zins- oder Dividendenzahlungen.
  • Es besteht für Sie ein Wechselkursrisiko, wenn die Währung, in der Sie das Produkt gekauft haben (Euro), nicht der Währung, in der der Basiswert gehandelt wird, entspricht.
  • Bei Open End Zertifikaten auf Rohstoffe kann das Bezugsverhältnis aufgrund von Roll- Over-Kosten Veränderungen unterliegen, die den Marktwert der Zertifikate negativ beeinflussen können (siehe „Hintergrundwissen“).
  • Anleger sind dem Risiko der Insolvenz, das heißt einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Der Emittent ist eine 100-prozentige Tochter der BNP Paribas S.A. Zwischen dem Emittenten und der BNP Paribas S.A. besteht ein deutschrechtlicher Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Angaben zum maßgeblichen Rating der BNP Paribas S.A. unter www.derivate.bnpparibas.com.
  • Das Open End Zertifikat unterliegt keiner Einlagensicherung.
  • Der Emittent kann das Open End Zertifikat kündigen. In diesem Fall kann der Rückzahlungsbetrag unter Umständen auch erheblich unter dem Erwerbspreis liegen (ungünstiger Fall: Totalverlust). Zudem tragen Sie das Risiko, dass zu einem für Sie ungünstigen Zeitpunkt gekündigt wird und Sie den Rückzahlungsbetrag nur zu schlechteren Bedingungen wieder anlegen können.

Bitte beachten Sie auch die Wichtigen Hinweise.

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