Titelthema April – Stichtag Dividendenzahlung: Rekordernte

Auf die Aktionäre deutscher Unternehmen wartet in diesem Jahr eine Rekordausschüttung an Dividenden. Darüber können sich auch Zertifikateanleger freuen, denn auch sie profitieren von den Dividendenzahlungen.

Am 8. Mai findet in der Münchner Olympiahalle die Hauptversammlung der Allianz statt. Wenn Oliver Bäte dann zum fünften Mal als Allianz-Chef auf die Bühne tritt, kann der Rheinländer seine Aktionäre mit einer Dividendenzahlung von neun Euro pro Aktie beglücken. Das sind 12,5 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Zur Erinnerung: Vor sechs Jahren konnte Bätes Vorgänger Michael Diekmann nur eine halb so hohe Dividende an die Anteilseigner überweisen.
Doch die Allianz gehört nicht nur zu den aktionärsfreundlichsten DAX-Unternehmen, sondern kennt sich zudem mit Dividenden bestens aus. Schließlich beliefen sich die in der Vermögensverwaltung ausgewiesenen Beträge Ende 2018 auf 1.961 Milliarden Euro, wovon 143 Milliarden Euro in Aktien investiert waren. In einer Studie der Tochtergesellschaft Allianz Global Investors liest man nur Gutes über die Dividende. So bezeichnen die Macher der Studie Dividenden als „wichtigen Performance-Treiber“, loben deren „Stabilität für’s Depot“ und sehen sie als „eine verlässliche Größe“. Besonders interessant: Vor allem europäischen Unternehmen wird eine aktionärsfreundliche Dividendenpolitik nachgesagt. Außerdem werden Dividendentiteln generell weniger starke Kursschwankungen attestiert.

Dividendensaison ante portas.

Wie in jedem Frühjahr werden in den kommenden Wochen und Monaten deutsche Unternehmen wieder Milliarden an ihre Aktionäre ausschütten. Für Investoren erwiesen sich die vergangenen zehn Jahre dabei zweifellos als „Das Jahrzehnt der Aktie“. Der DAX hat sich seither verdreifacht und der EURO STOXX 50 immerhin mehr als verdoppelt. Notenbanken haben die Leitzinsen krisenbedingt auf Rekordtiefs gesenkt und dadurch einen Totalausfall der Weltkonjunktur nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers verhindert. Firmen profitierten in Form günstiger Finanzierungskosten und eines kreditfinanzierten Wirtschaftsbooms gleich doppelt.
In diesem vorteilhaften Rahmenumfeld haben viele Aktiengesellschaften in den vergangenen Jahren ihre Gewinne kräftig gesteigert und schütten nun rekordhohe Dividenden aus. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 sollen laut einer Ende Januar veröffentlichten Studie der DekaBank die Unternehmen aus dem DAX, MDAX, und SDAX mit rund 52 Milliarden Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Rekordwert auszahlen und damit das Niveau des Vorjahres von 47 Milliarden Euro deutlich übertreffen.

Hohe Dividenden stark gefragt.

Es wundert also wenig, dass in den vergangenen Jahren Aktien mit attraktiven Dividendenrenditen in der Gunst der Anleger deutlich gestiegen sind. Während insbesondere deutsche Staatsanleihen für das Überlassen von Kapital so gut wie keine Zinsen bezahlten, kamen besonders „ausschüttungsfreudige“ Aktienunternehmen auf Dividendenrenditen von vier Prozent und mehr. Aufgrund der unterschiedlichen Rendite/Risiko-Struktur sollten sich Privatanleger aber stets darüber bewusst sein, dass bei einem Aktieninvestment das Kursrisiko in der Regel um ein Vielfaches höher ausfällt als bei Staatsanleihen mit solider Bonität. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass bei Anleihen am Ende der Laufzeit eine Rückzahlung des Nominalbetrags erfolgt, während Anteilscheine von Unternehmen den freien Marktkräften ausgesetzt sind und deren Preise somit zwischen null und Tausenden von Euro schwanken können.

Die Vorteile hoher Dividenden.

In diversen Studien wurde festgestellt, dass dividendenstarke Aktien in der Regel weniger stark schwanken als Aktien, die keine oder eine geringe Gewinnbeteiligung an ihre Aktionäre ausschütten. Die Dividendenstudie von Allianz Global Investors bringt es auf folgenden Nenner: „Unternehmen mit hoher Dividendenrendite verfügen zumeist über gesunde Bilanzrelationen mit relativ hohem Eigenkapitalbestand und stabilen Cashflows.“ In der Vergangenheit haben sich sogenannte „Dividendenperlen“ besonders erfreulich entwickelt. Dies lässt sich sehr gut am DivDAX ablesen, der die 15 dividendenstärksten DAX-Werte enthält. In den vergangenen drei Jahren erzielte er gegenüber dem „gewöhnlichen“ DAX eine Outperformance von zehn Prozentpunkten (siehe Chart unten) und wies zugleich eine etwas geringere Volatilität auf – Anlegerherz was begehrst du mehr?
Doch aufgepasst: Werden bei einer Aktie extrem hohe Dividendenrenditen angezeigt, weil der Berechnung die im Vorjahr gezahlte Ausschüttung zugrunde liegt, sollten Anleger auf keinen Fall blindlings zugreifen. Bei vorangegangenen starken Kursstürzen aufgrund von fundamentalen Problemen kann ein Titel mit Blick auf seine Dividendenrendite nämlich sehr schnell ein falsches Bild vermitteln und somit möglicherweise eine falsche Kaufentscheidung nach sich ziehen. Reagiert das Management zum Beispiel mit einer Dividendenkürzung oder -streichung auf die schwierige Geschäftslage, hat sich eine etwaige Dividendenfantasie – und damit auch das Kaufargument für das Papier – auf einen Schlag in Luft aufgelöst.

Wichtige Fakten über Dividenden

Viele Unternehmen schütten am Tag nach der Hauptversammlung (HV) einen Teil der erwirtschafteten Gewinne an ihre Anteilseigner aus. Einen Anhaltspunkt, wie hoch dieser aller Voraussicht nach ausfallen wird, erhalten Investoren über die Dividendenpolitik der jeweiligen Gesellschaft. Diese kann großen Wert auf Kontinuität legen oder stark gewinnorientiert sein. Außerdem können sich unternehmensinterne sowie externe Parameter auf die Höhe der Dividende auswirken. Wenige Wochen oder Monate vor der Hauptversammlung, wenn die detaillierten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr feststehen, macht das Management dann in Abhängigkeit vom Jahresüberschuss abzüglich etwaiger Gewinnrücklagen, dividiert durch die Zahl dividendenberechtigter Aktien, einen konkreten Dividendenvorschlag pro Aktie. Da­rüber stimmen die Aktionäre dann auf der HV ab. Spricht sich die Mehrheit hierfür aus, erfolgen am nächsten Handelstag die Dividendenzahlung und der Abschlag auf die Aktie.

Auf der Suche nach „Dividendenperlen“.

Um zuverlässige Dividendenzahler zu finden, sollten Investoren vor allem auf die Dividendenhistorie, auf die Kontinuität der Dividendenzahlungen, achten. „Kontinuität besitzen jene Unternehmen, die ihre Dividende seit mindestens zehn Jahren nicht gesenkt haben“, sagt der Kapitalmarkt-Profi Christian W. Röhl gegenüber MÄRKTE & ZERTIFIKATE (siehe Interview auf Seite 51). Röhl hat einen Katalog von vier Kriterien erarbeitet, mit deren Hilfe er Unternehmen am Markt herausfiltert, die über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren (Kontinuität) nachhaltig (Ausschüttungsquote) eine angemessene Dividende (Dividendenrendite) an ihre Aktionäre ausschütten. Solche Unternehmen zeichnen sich zudem dadurch aus, dass ihre Gewinne aus dem operativen Geschäft nach der Bildung von Gewinnrücklagen und dem Abzug von Fremdkapitalkosten sogar das Auszahlen steigender Dividenden erlauben (Ausschüttungsdynamik). Was das für Werte sein können, zeigt ein Blick auf die Grafik links. Man sieht, die Dividendenrendite ist moderat. Allein die Höhe der Rendite ist nicht ausschlaggebend, ebenso wichtig ist etwa ihre Kontinuität. „Fette Prozente sind verlockend. Doch viel wichtiger ist doch die Frage, ob ein Unternehmen die schöne Rendite von heute auch nachhaltig liefern kann“, sagt Röhl.
Wem dieses Kunststück sogar seit 25 Jahren gelungen ist, wird in der Finanzwelt häufig zum sogenannten „Dividenden-Aristokrat“ geadelt. Diese Unternehmen genießen den Ruf, dass sie mit ihren finanziellen Mitteln umsichtig haushalten und diese effizient einsetzen. Wer angesichts der nicht zu übersehenden Finanzmarktrisiken verstärkt auf solide Aktien setzen möchte, dürfte bei Unternehmen mit beeindruckender Dividendenhistorie daher besonders gut aufgehoben sein.

Auf Dividenden verzichten.

Anleger, die angesichts sich eintrübender Konjunkturperspektiven sinkende Unternehmensgewinne und möglicherweise nachgebende Aktienkurse erwarten, sollten zudem darüber nachdenken, üppige Dividendenzahlungen in defensive Investmentstrategien zu verwandeln, wie sie vor allem durch Zertifikate ermöglicht werden. Denn eines lässt sich bei der Anlageklasse Aktien nicht leugnen: Wer Aktien kauft, partizipiert in vollem Umfang an deren Auf und Ab. Einem unbegrenzten Gewinnpotenzial steht grundsätzlich auch immer das Risiko eines Totalverlustes gegenüber.
Üppige Dividenden ermöglichen bei Ausschüttung einerseits einen Risikopuffer und führen andererseits unter den Börsianern zu der Ansicht, dass der dividendenstarke Titel nach unten gut abgesichert sei. Wer Zertifikate kauft, muss stets auf die während der Laufzeit zu erwartenden Dividendenzahlungen verzichten. Sie können dann eine interessante Bonus-, Discount- oder Express-Chance finanzieren, wodurch sich bei Bedarf eine deutlich stärkere Absicherung erreichen lässt. Mit solchen Papieren geht zwar meist der Verzicht auf das mit einem Aktieninvestment verbundene unbegrenzte Gewinnpotenzial einher, in Abhängigkeit von der jeweiligen Konstruktion können ihre Inhaber dadurch aber auch in Seitwärts- oder Abwärtsphasen positive Renditen beziehungsweise eine Outperformance gegenüber der Aktie erzielen. Vereinfacht ausgedrückt wird mit dem Kauf solcher Zertifikate das Chance/Risiko-Profil eines Investments verändert, und zwar in Abhängigkeit von den individuellen Anlagezielen und Markterwartungen des Anlegers. Risikolose Renditechancen lassen sich dadurch aber selbstverständlich nicht wahrnehmen.

Kursindex versus Performanceindex

Bei der Auswahl eines Aktienindex-Investments sollten Anleger stets darauf achten, ob es sich um einen Kurs- oder Performanceindex handelt. Bei einem Kursindex fließen die Dividendenzahlungen der jeweiligen Indexmitglieder nicht in die Berechnung ein. Bei einem Performanceindex werden die Ausschüttungen berücksichtigt und führen somit zu einer zusätzlichen Wertsteigerung. Als prominenter Vertreter der Kategorie Performanceindex gilt etwa der DAX, während der EURO STOXX 50 als Kursindex konzipiert ist. Für Zertifikateanleger hat dies zur Folge, dass mit der europäischen Variante in der Regel attraktivere Rückzahlungen darstellbar sind als beim deutschen DAX. Grund: Bei Papieren auf den EURO STOXX 50 nutzt der Emittent die während der Laufzeit erwarteten Dividendenzahlungen zur Finanzierung der jeweiligen Auszahlungschance und kann somit attraktivere Chance/Risiko-Profile bieten.

Der Einfluss üppiger Dividenden.

Hohe oder sich ändernde Dividendenausschüttungen einer Aktie können sich sowohl auf die Kurse als auch auf die Kennzahlen der betreffenden Anlagezertifikate oder Hebelprodukte auswirken – positiv wie negativ. Wer solche Papiere kaufen möchte oder bereits im Depot hält, sollte sich daher stets über einige Zusammenhänge bewusst sein.

Das Wichtigste vorweg: Bei der Preisbildung sämtlicher Derivate werden nicht automatisch die im Vorjahr gezahlten, sondern die von Analysten erwarteten Dividenden beziehungsweise die vom Management unmittelbar vor Hauptversammlungen bereits vorgeschlagenen Gewinnbeteiligungen „eingepreist“. Wie so oft an der Börse spielt auch hier die Vergangenheit eine eher untergeordnete Rolle. Heruntergebrochen auf das Thema Dividenden werden bei der Preispolitik der Emittenten daher ausschließlich künftige Dividendenerwartungen und nicht historische Dividendenzahlungen gehandelt. Dies hat zur Folge, dass sich zum Beispiel eine vom Management angekündigte Streichung oder Kürzung der Dividende nicht zwangsweise auf die Kurse oder Kennzahlen betroffener Papiere auswirken muss, wenn diese im Vorfeld vom Markt bereits erwartet und somit entsprechend berücksichtigt worden war.

Dividendenindizes

Damit Anleger in diversifizierter Form in Aktien mit hoher Dividendenrendite investieren können, haben mehrere Indexanbieter spezielle Dividendenindizes entwickelt. Sie enthalten ausschließlich die Mitglieder eines bereits existierenden Index, die ihren Anteilseignern die attraktivsten Dividendenrenditen bieten. Diesseits des Atlantiks gehören der DivDAX und der EURO STOXX Select Dividend 30 zu den prominentesten Vertretern dieses Genres.
So enthält zum Beispiel der DivDAX die 15 dividendenstärksten DAX-Werte, gewichtet nach dem Marktwert des Streubesitzes. Das maximale mögliche Indexgewicht eines Einzelwerts wurde auf zehn Prozent begrenzt. Der europäische Dividendenindex setzt sich hingegen aus den 30 dividendenstärksten Aktien aus dem 600 Werte umfassenden EURO STOXX zusammen, wobei Werte mit besonders hohen Dividendenrenditen stärker gewichtet werden.

Werden die Dividenden zur Finanzierung einer bestimmten Auszahlungsstruktur verwendet, fließen in die Preisberechnungsmodelle sämtliche während der Laufzeit erwarteten Ausschüttungen ein. Unter Umständen kann sich eine deutliche Dividendenkürzung oder Streichung für die Besitzer bestimmter Zertifikate sogar positiv auswirken – meist aber nur dann, wenn die Aktie an der Börse hierfür nicht massiv abgestraft wird. Vereinfacht ausgedrückt lässt sich nämlich sagen: Wird eine Dividende stark reduziert oder gar gestrichen, würden bei behaupteter Aktientendenz und unveränderten Marktgegebenheiten die Kurse von Discount Zertifikaten sogar steigen. Grund: Durch den Wegfall der Dividende fällt der Discount geringer aus, wodurch sich ein Zertifikat verteuern würde. Bei der Emission neuer Bonus Zertifikate hätten sinkende Dividendenerwartungen zudem den für Emittenten und Anleger unangenehmen Nebeneffekt, dass die Kennzahlen der betroffenen Papiere an Attraktivität einbüßen würden. Es fehlt aufgrund des Dividendenrückgangs nämlich schlicht und einfach das Kapital, um optisch attraktive Auszahlungsstrukturen zu finanzieren.

Dividenden bei ausländischen Aktien

Unerfreuliche Nebenwirkungen könnte es bei Dividendenzahlungen ausländischer Unternehmen geben. Fällt in dem jeweiligen Land eine Quellensteuer von mehr als 15 Prozent an, würde sich aufgrund der vom deutschen Gesetzgeber erhobenen zehnprozentigen Abschlagsteuer auf ausländische Dividenden eine Steuerbelastung von über 25 Prozent ergeben. Zu viel gezahlte Steuer könnte sich ein Anleger zwar zurückzuholen, dies kann sich allerdings als ziemlich kompliziertes und langwieriges Unterfangen erweisen. Besonders schwierig gestalten sich solche „steuerlichen Rückholaktionen“ in einigen europäischen Ländern.
Übrigens: Bei Zertifikaten auf ausländische Dividendenzahler würde diese Problematik bedingt durch den obligatorischen Dividendenverzicht komplett entfallen.

Dividenden und Hebelprodukte

Grundsätzlich ist bei Hebelprodukten auf dividendenzahlende Aktiengesellschaften die Laufzeit entscheidend. Sie ist am Tag der Ausschüttung ein entscheidendes Kriterium. Bei Hebelprodukten, die eine begrenzte Laufzeit haben – etwa Optionsscheine und Turbo Optionsscheine – wird die erwartete Dividendenzahlung bereits in den Preis eingerechnet. Am Basispreis ändert sich demzufolge bei der Dividendenzahlung nichts. Das heißt: Angenommen, der Anleger hat einen Turbo Optionsschein auf die Allianz (Laufzeit Juni 2019) mit Basispreis bei 190 Euro. Die Allianz-Aktie kostet 200 Euro und zahlt 10 Euro Dividende. Die Allianz-Aktie kostet am Ex-Dividenden-Tag dann 190 Euro (potenzielle Marktveränderungen außen vor gelassen).
Die Folge: Da die Aktie die Knock-Out-Schwelle des Turbo Zertifikats von 190 Euro erreicht hat, hat die Dividendenzahlung zu einem Knock-Out des Scheines geführt. Ein Totalverlust also.

So weit, so klar. Doch anders verhält es sich bei Unlimited Longs, MINI Future Longs und Faktor Zertifikaten, deren Laufzeit endlos ist. Ein Unlimited Long auf die Allianz mit den Eckdaten wie oben würde durch die Dividendenzahlung von 10 Euro wie folgt reagieren: Der Basispreis von 190 Euro wird um die Netto-Dividende nach unten angepasst. Unter der aktuellen Annahme, dass 15 Prozent Dividendensteuer anfallen, werden 85 Prozent der Dividendenzahlung vom Basispreis abgezogen. Das heißt: Der neue Basispreis betrüge dann 181,50 Euro. Der Knock-Out erfolgt nicht.

Dividenden und Anlagezertifikate

Egal, ob Aktienanleihe, Bonus, Discount oder Express Zertifikat, bei der Aussicht auf besonders üppige Dividendenzahlungen lassen sich mit diesen Papieren bei einem identischen Basiswert stets attraktivere potenzielle Renditechancen kreieren als bei Aktien, die – bei sonst gleichen Parametern – Dividenden-Magerkost oder -Nulldiät bieten. Die Besonderheit, dass beispielsweise bei der Emission eines klassischen Bonus Zertifikats (ohne Cap) Aktie und Zertifikat in der Regel gleich viel kosten, ist auf die Verwendung der Dividenden zur Finanzierung der jeweiligen Auszahlungschance zurückzuführen. Auch bei Zertifikaten mit eingebauten Barrieren (zum Beispiel bei Bonus Zertifikaten) sollte der vorprogrammierte Kursverfall anlässlich des Dividendenabschlags nicht aus den Augen verloren werden. Unmittelbar vor dem Dividendentermin sollte daher der Puffer zwischen aktuellem Aktienkurs und Barriere möglichst komfortabel bemessen sein.

Zertifikate mit Dividendenfantasie.

Wer von den aktuell hohen Dividendenrenditen profitieren möchte, kann grundsätzlich zwei Strategien verfolgen. Erstens: Traut man dividendenstarken Titeln eine Outperformance gegenüber weniger ausschüttungsfreudigen Unternehmen zu, sollte man sich für entsprechende Themen oder Index Zertifikate entscheiden, deren Basiswerte sich durch überdurchschnittlich hohe Dividendenrenditen auszeichnen. In diesem Zusammenhang bieten sich zum Beispiel diversifizierte Indizes wie der DivDAX oder der EURO STOXX Select Dividend 30 an (siehe Kasten „Dividendenindizes“ auf Seite 10). Auf Letzteren hat die BNP Paribas übrigens strukturierte Anleihen emittiert, deren Hauptvorteil vor allem in dem stark begrenzten Verlustpotenzial zu sehen ist (siehe Kästen oben und rechts). Als zweite Strategie bietet sich an, Zertifikate auf dividendenstarke Unternehmen zu favorisieren. Zum einen, weil man deren fundamentale Qualität und Kursperspektiven hoch einschätzt, und zum anderen, weil man sich dadurch eine Auszahlungsstruktur verspricht, die den eigenen Markterwartungen besser gerecht wird als ein direktes Aktieninvestment.

Aufmerksamen Beobachtern des Zertifikatemarkts dürfte aufgefallen sein, dass Zertifikate auf dividendenstarke Aktien oftmals besonders attraktive Konditionen und Kennzahlen aufweisen. Da die Emittenten unter anderem anfallende Dividenden zur Finanzierung der jeweiligen Auszahlungsstruktur (Bonus, Discount, Express oder Kupon) verwenden, lässt sich diese Wechselwirkung relativ leicht nachvollziehen. Neben der erwarteten Volatilität gilt daher auch die erwartete Dividende als wichtiger Parameter für die Attraktivität des Chance/Risiko-Profils eines Zertifikats.

Christian Glaser, Produktmanager von BNP Paribas, mahnt mit Blick auf Dividendenausschüttungen zur Vorsicht und sagt: „Wichtig zu beachten ist, dass bei Produkten mit Barriere auch Kurse am Ex-Dividende Tag die Barriere verletzen können. Man sollte also stets auf einen ausreichend großen Puffer achten.“ Des Weiteren nennt Zertifikate-Experte Glaser fünf Blue Chips, bei denen sich die hohen Dividenden aktuell besonders positiv auf die Kennzahlen der diversen Zertifikate auswirken. Dabei handelt es sich um Daimler, Total, Allianz, BASF sowie Deutsche Telekom. Er attestiert Zertifikaten auf diese Basiswerte optisch attraktivere Konditionen und sagt: „Sofern neben einer hohen Dividende auch noch eine verhältnismäßig höhere implizite Volatilität vorliegt, trägt dies stets zu attraktiveren Konditionen bei Zertifikaten bei.“

Bei der anstehenden Hauptversammlung der Allianz im Mai dürfte ein Thema verständlicherweise außen vor bleiben: die alternative Verwendung der großzügigen Allianz-Dividende bei den mehr als 20.000 börsennotierten Allianz-Anlagezertifikaten. Privatanleger sollten aber auf jeden Fall wissen, dass diese Alternativen existieren und angesichts ihres veränderten Chance/Risiko-Profils durchaus sinnvoll sein können.

Strukturierte Anleihen auf den Euro Stoxx Select Dividend 30

Die BNP Paribas hat aktuell zwölf Anleihen auf den Dividenden­index EURO STOXX Select Dividend 30 im Angebot (siehe Seite 12). Bei acht Produkten wurden die Konditionen in den Monaten Januar bis März 2019 fixiert, der Rest wurde bereits im Herbst vergangenen Jahres emittiert. Sämtliche Papiere zeichnen sich dadurch aus, dass das potenzielle Verlustrisiko stark begrenzt wurde. Wahlweise sind sie mit oder ohne Cap erhältlich – drei Varianten sind zudem mit einem Kupon in Höhe von 0,5 Prozent ausgestattet.
Bei diesen Anleihen tauschen die Anleger die zu erwartenden Dividendenzahlungen des Kursindex gegen den Vorteil eines begrenzten Verlustpotenzials ein. In der Spitze sind dabei Absicherungen von bis zu 100 Prozent möglich, wobei dieser „Komfortschutz“ allerdings stets das Akzeptieren eines maximalen Rückzahlungsbetrags (Cap) erfordert. Prädestiniert sind diese Anleihen für Investoren, die auf Sicht von mehreren Jahren einen steigenden EURO STOXX Select Dividend 30 Index erwarten, zugleich aber ihr Verlustrisiko stark limitieren möchten.

Entscheidend für die Rückzahlung bei Fälligkeit ist unter anderem der Indexstand am jeweiligen Festlegungstag (Startkurs). Wird dieser zum Beispiel bei einer 95%-Anleihe mit Cap (siehe Tabelle, zweites Produkt) am finalen Bewertungstag um über fünf Prozent unterschritten, erhält der Inhaber der Anleihe aufgrund der eingebauten Schutzfunktion 950 Euro. Sollte bei finaler Bewertung der Index den Startkurs um mehr als 45 Prozent übertreffen, erfolgt eine Rückzahlung zu 1.450 Euro. Stellt sich hingegen ein Indexstand zwischen 95 und 145 Prozent des ursprünglichen Startkurses ein, würde die Auszahlung exakt die seither erzielte Indexperformance widerspiegeln. Bei einer erzielten Indexperformance in Höhe von beispielsweise 20 Prozent käme es dann zur Rückzahlung von 1.200 Euro.

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