Auch wenn viele Rohstoffe nicht knapp sind, eine steigende Nachfrage, zu wenig Investitionen und steigende Kosten für den Abbau könnten zu einem Aufwärtsschub bei den Rohstoffpreisen führen. MÄRKTE & ZERTIFIKATE begibt sich in die Tiefe.

Lautlos rieselt uns der Sand durch die Finger. Der Grubenbesitzer lacht: „Sand, das ist das Gold der Zukunft“. Wir sind fasziniert, die Grube ist tief und erscheint ohne Grenzen, und überall liegen Sandberge. Wir kommen uns vor wie in der Sahara, wie mitten in Afrika, und nicht in Deutschland. Dabei ist die Grube noch nicht einmal das größte Sandvorkommen, das hierzulande ausgebeutet wird. Im südbrandenburgischen Mühlberg soll es das größte Sand- und Kiesvorkommen Europas geben, erklärt uns der Grubenbesitzer. Auf einer Fläche von über 700 Fußballfeldern werden dort Sand und Kies abgebaut, Grundrohstoffe für die Bauindustrie. Und weil der Bau boomt, steigt die Nachfrage nach Rohstoffen rasant. „Das Zeug wird uns gerade aus der Hand gerissen“, der Grubenbesitzer kann seinen Stolz kaum verbergen: „Überall wird gebaut, überall werden Rohstoffe gebraucht, doch in den zurückliegenden Jahren wurde eine Grube nach der anderen geschlossen. Jetzt kommen wir mit der Förderung kaum noch hinterher.“

Deutschland ist Bergbauland.

Wir fahren zurück, an den Rand der Sandgrube, vorbei an haushohen Raupen und Baggern. Wieder im Büro, starten wir unsere Recherche, denn das Thema Rohstoffe und wie es aktuell um sie bestellt ist, hat unser Interesse geweckt. Allein im zurückliegenden Jahr wurden in Deutschland schätzungsweise rund 260 Millionen Tonnen Sand und Kies abgebaut, lesen wir in einem Fachbeitrag. Diese Menge würde theoretisch reichen, um etwa sechstausendmal die Elbphilharmonie in Hamburg zu bauen. Denn für das Konzerthaus wurden 63.000 Kubikmeter Beton verbaut, und Beton besteht nun mal zu einem wesentlichen Teil aus Sand. Dabei ist es nicht irgendein Sand, der hier zum Einsatz kommt. Er darf nicht zu fein und nicht zu grob sein, ansonsten hält der Beton nicht. Wüstensand etwa, auf der Erde reichlich vorhanden, ist denkbar ungeeignet, da er viel zu glatt ist, die Korngröße viel zu klein. Der Beton würde im Laufe der Zeit schlichtweg zerbröseln. Experten gehen davon aus, dass mindestens 95 Prozent der globalen Sandvorkommen für die Bauindustrie ungeeignet sind. Was bleibt, sind die Vorkommen etwa in Deutschland, die sich vor Jahrmillionen gebildet haben und nun unser Land zu einem wichtig Rohstofflieferanten machen.

Das war uns gar nicht so bewusst, denn al