Welche Krisenwährung hält, was sie verspricht? MÄRKTE & ZERTIFIKATE nimmt Gold, Franken, Yen, Staatsanleihen und Goldminen-Aktien in die Prüfung. Das Ergebnis überrascht.

Schwer lieg die Goldmünze in meiner Hand. „Das ist richtiges Geld“, sagt der Münzhändler. „Damit können Sie auch zahlen, wenn alles zusammenbricht.“ Was genau alles zusammenbrechen könnte, danach frage ich nicht. Aber wie alt die Münze ist, das interessiert mich. „Napoleon“, raunt der Münzhändler, und zeigt auf das in die Münze geprägte Antlitz des französischen Feldherrn.

Schon erstaunlich. Mit dieser Goldmünze haben Menschen bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts Waren gekauft. Und auch heute kann ich mit ihr auf Einkaufstour gehen. Der Goldgehalt der Münze ist Garant für ihre Werthaltigkeit, das galt zu allen Zeiten. Gold genießt deswegen auch den Ruf als Krisenwährung. Papiergeld kann das nicht von sich behaupten. Dessen Wert hat in der Vergangenheit oft dramatisch verloren. Die Hyperinflation in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg ist dafür ein markantes Beispiel. Ein Brot kostete damals mehrere Millionen Reichsmark. Die Arbeiter trugen ihren Lohn in Säcken nach Hause, viel Papiergeld, das am Tag nach der Auszahlung schon kaum mehr was wert war.

Münzen aus Gold waren schon im Römischen Reich ein beliebtes Zahlungsmittel. Eine aufwendige Tunika etwa kostete im Schnitt zwei Aurei – der Aureus war eine etwa 8,2 Gramm schwere römische Münze mit hohem Goldgehalt. Auch in der heutigen Zeit würde man für zwei Aurei einen hochwertigen Anzug bekommen. Umgerechnet entspräche das bei einem Goldpreis von rund 1.500 US-Dollar je Unze einem Kaufpreis für den Anzug von etwa 700 Euro. Ein klares Beispiel für einen konstanten Goldwert.