Italien spielt mit dem Feuer – mit ungewissem Ausgang

Jetzt ist Brüssel am Zug. Nachdem Italiens populistisches Regierungsbündnis das von der EU gestellte Ultimatum für die Vorlage eines nachgebesserten Haushalts verstreichen ließ, wird nun mit Spannung auf die Reaktion aus Brüssel gewartet. Italien plant also weiterhin mit einer Neuverschuldung von 2,4 Prozent des BIPs – und somit dreimal so hoch wie von der Vorgängerregierung versprochen. Auch das veranschlagte Wirtschaftswachstum in Höhe von 1,5 Prozent für 2019 halten viele Experten für viel zu optimistisch.

Es bleibt spannend

Medienberichten zufolge wird die Antwort der EU erst Mitte kommender Woche erfolgen; erst dann wird klar sein, ob die EU-Kommission womöglich ein Defizitverfahren einleiten wird, das für Italien schlimmstenfalls mit Strafzahlungen in Milliardenhöhe münden könnte. Bis es so weit wäre, dürften aber noch Monate vergehen. So lange setzt wohl auch Brüssel auf die Kräfte des Finanzmarkts. Will heißen: Schon jetzt weisen die Renditen italienischer Staatsanleihen ein deutlich höheres Niveau auf als die der deutschen Pendants. Sollte Rom nicht einlenken, dürften die Zinsen weiter steigen und damit einhergehend auch viele italienische Banken in noch stärkere Schieflage geraten, eine restriktivere Kreditvergabe an heimische Unternehmen inklusive. Das dürfte auch nicht im Interesse des populistischen Regierungsbündnisses sein. Sicher ist aktuell aber wohl nur, dass nichts sicher ist und die Kurse an der Börse in Mailand in den kommenden Wochen wohl eher zur Schwäche als zur Stärke neigen dürften.