Wirecard bremst TecDAX aus – aber wohl nicht mehr lange

Der deutsche Technologie-Index TecDAX kam bislang gut durch die Krise. Nach einem deutlichen Einbruch im März konnte er sich wieder erholen und erreichte in der Spitze gar höhere Notierungen als vor der Krise. Doch inzwischen ist er in eine Konsolidierungsbewegung übergegangen und notiert rund acht Prozent unterhalb der Verlaufshochs. Maßgeblichen Einfluss auf die Kursentwicklung hatte die Insolvenz des Payment-Anbieters Wirecard, dessen Aktie binnen Wochen von 100 auf aktuell 3,50 Euro stürzte und auch im TecDAX einen großen Raum einnahm. Zwar wird Wirecard den deutschen Indizes noch einige Zeit erhalten bleiben, doch sollten sich Anleger davon nicht beirren lassen – die grundlegende Ausrichtung des TecDAX bleibt auch nach dem Bilanzskandal erhalten. Außerdem ist zu erwarten, dass der Index wieder auflebt, sobald der Hemmschuh Wirecard beseitigt ist.

Keine Angst vorm Wirecard-Effekt

Wenn die negativen Effekte verflogen sind, dürfte der TecDAX sein ganzes Potenzial entfalten: Unternehmen wie SAP, Deutsche Telekom, Infineon oder auch TeamViewer werden auch künftig vom Digitalisierungstrend profitieren; Konzerne wie Siemens Healthineers, Sartorius oder Qiagen wiederum sind Hoffnungsträger des Gesundheitswesens. Angesichts der Folgen der Pandemie ist sowohl im Bereich der IT als auch im Gesundheitswesen mit steigenden Investitionen zu rechnen. Das macht auch den TecDAX aussichtsreich. Wer in den Index investiert, kann beide Entwicklungen entspannt und mit nur geringem Einzeltitelrisiko begleiten – der Fall Wirecard hat ja gezeigt, dass diversifizierte Investments große Vorteile haben.