Energieagentur korrigiert ihre 2020er-Prognose nach oben

Es gibt nach wie vor einige Gründe, weshalb eine nachhaltige und kräftige Erholung der weltweiten Wirtschaft auf sich warten lassen könnte. Daher ist auch nicht auszuschließen, dass der Ölpreis schon bald wieder nachhaltig unter die Marke von 40 Dollar je Barrel rutschen könnte. Vor allem die anhaltende Corona-Pandemie macht eine Einschätzung schwierig. Zwar werden vielerorts die Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus peu à peu zurückgenommen, doch in manchen Regionen wie etwa in einigen südamerikanischen Staaten ist die Lage nach wie vor besorgniserregend. Erschwerend kommt hinzu, dass auch einige Staaten mit bereits sinkenden Infektionszahlen wie beispielsweise die USA nun wieder mit steigenden Zahlen zu kämpfen haben. Dass zuletzt auch der Ton der beiden Streithähne USA und China wieder ein wenig rauer geworden ist und nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Handelsstreit schon bald wieder in die nächste Runde gehen könnte, bereitet ebenfalls Kopfzerbrechen.

Sinkendes Angebot und schwacher Dollar stützen

Nichtsdestotrotz konnte Öl der Nordseesorte Brent zuletzt an Wert zulegen. Dabei dürften vor allem die kräftigen Förderkürzungen der OPEC und der mit der OPEC verbündeten Staaten (OPEC+) den Kurs beflügelt haben. Immerhin schrumpfte das Ölangebot im Mai um rund 12 Millionen Barrel pro Tag. Zudem hat die Internationale Energieagentur ihre 2020er-Nachfrageprognose nach oben korrigiert. Dass zuletzt der Dollar ein wenig zur Schwäche neigte, verleiht dem weltweit in Dollar gehandelten Rohstoff zusätzlichen Rückenwind. Kurzum: Es ist auch nicht auszuschließen, dass Öl zeitnah die Marke von 45 Dollar je Fass ansteuert.