Wann der Ölpreis wieder unter die 40-Dollar-Marke fallen könnte

Der globale Wirtschaftsmotor fährt weiterhin auf Sparflamme, und auch die Industrieunternehmen haben – trotz erster Hoffnungsschimmer – nach wie vor mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Dass im Verlauf der Krise auch die Öl-Nachfrage schrumpfte und damit einhergehend auch der Ölpreis Federn lassen musste, überrascht nicht wirklich. Richtig ist aber auch, dass sich der Kurs der Nordseesorte Brent seit dem Tief Ende April mehr als verdoppelt hat und sich darüber hinaus nun schon seit einigen Wochen oberhalb der 40-Dollar-Marke hält.

Gestiegene Nachfrageprognose und gesunkenes Angebot

Dass die OPEC+, die sich aus den OPEC-Staaten und einigen weiteren Öl-Förderländern zusammensetzt, jüngst eine ab August in Kraft tretende Ausweitung der Fördermenge um täglich zwei Millionen Barrel beschlossen hat, hat den Kurs nicht allzu sehr belastet. Schließlich war dieser Schritt – vor allem nach den coronabedingten Förderdrosselungen im Frühjahr – erwartet worden. Zwar hat die Wirtschaft noch längst nicht das Vorkrisen-Niveau erreicht – und auch die weiterhin hohen Corona-Neu­infektionszahlen halten die Unsicherheit im Markt hoch. Dennoch erwartet die Internationale Energieagentur in ihrem jüngsten Bericht nun eine um 400.000 Barrel täglich höhere Jahresnachfrage als bisher prognostiziert. Dass auf der anderen Seite die globale Produktion seit dem Hoch im April kräftig gesunken ist – und zwar um täglich rund 14 Millionen auf nun knapp 87 Millionen Barrel – könnte den Kurs ebenfalls stützen. Aber: Sollten die Corona-Neuinfektionen weiter zulegen, dürfte das über kurz oder lang wieder die Nachfrage und damit auch den Preis belasten.