Japanischer Yen bleibt bisher unbeeindruckt

Ja, man kann es schon fast nicht mehr hören: der Nordkoreakonflikt, der aktuell immer wieder aufgebrüht wird und durch den jüngsten Raketentest – übrigens bereits der 22. in diesem Jahr – mit einem Überflug Japans neue Dimensionen angenommen hat. Damit wurde noch einmal klargerückt, dass es nicht allein um den Chef des Landes und den neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten geht, sondern dass es auch eine regionale Machtdemonstration sein dürfte.

Spannend auch, dass die japanische Presse durchaus einen Zusammenhang mit China herstellt, nämlich derart, dass nicht nur die USA bedroht, sondern vielleicht auch der mächtige Nachbar und Unterstützer China im Zaum gehalten werden soll. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass das Reich der Mitte einen Nachbarn einfach mal in sich einsaugen will. Die Präsentation des Raketenstarts im nordkoreanischen Fernsehen war jedenfalls perfekt auf diese Sicht zugeschnitten. Ob der Yen durch derartige Aktivitäten gestärkt wird, bleibt wohl eher fraglich. Der US-Dollar hingegen lässt sich aktuell durch nichts aus der Ruhe bringen. Harvey hat wohl die Dollar-Schwäche gegenüber dem Euro und dem Yen einfach weggeblasen. Bleibt die Frage, was die Cross-Rate, also der Euro zum Yen, aus Japan (EUR/JPY) reißen kann. In den letzten Gute-Laune-Monaten seit dem April-Tief war die Aufwärtsbewegung stetig und steil verlaufen, während jedwede Rücksetzer dezent, zögerlich und korrektiv erschienen. Dieses Verhalten dauert noch immer an. Eigentlich also alles gut, charttechnisch lässt sich noch kein Ungemach ausmachen und so bleibt die Erwartungshaltung nach oben gerichtet, auch wenn der Kurs jüngst sein bisheriges Sommerhoch von vor einem Monat tapfer überschritten hat. Charttechniker erahnen, dass hier eine gewisse Gefahr eines Rücksetzers besteht, denn Kurse lieben die sogenannten falschen Ausbrüche, nach denen dann gerne eine Wende erfolgt, wie bereits Anfang August zu sehen.

Wie jetzt also? Hoch oder runter? Solange die Abwärtsseite wackelig korrektiv verläuft, bleibt alles gut. Der Aufwärtskurs dürfte sich im Anschluss weiter fortsetzen. Und so können Dips gekauft werden, idealerweise immer nach einem Zwischenausbruch als Bestätigung. Erst wenn der Kurs seine schnellen Moves auf der Abwärtsseite präsentiert, dann aber nur noch zögerlich nach oben kommt, hat sich das Bild zugunsten der Shorties gedreht. Wie steile Flanken aussehen, zeigt aktuell der Dollar im Spiel mit dem Euro und mit dem Yen. Eine vergleichbare Korrektur lässt sich beispielsweise im Mai beim EUR/JPY ausmachen. Eigentlich klar, oder? … zumindest in der Theorie.