Das mühevolle „Sommertheater“ im DAX hält an

Wie denn nun? Kommt der Aktienmarkt noch nach oben oder soll es doch noch mal ein Rücksetzer sein? Das Bild und die Herzen sind zerrissen und so fällt es aktuell schwer, eine klare Richtung beim DAX und auch den anderen globalen Indizes auszumachen. Der Markt in Asien ist gegenwärtig nicht von Stärke geprägt. Mag es die weiter präsente Nordkorea-Frage sein – Tokio, Hongkong und Shanghai zeigen mit dem Nikkei, dem Hang Seng und dem Shanghai Composite nichts Überzeugendes; die ersten beiden zeigen bereits nach unten und in Shanghai schleppen sich die Kurse nur noch mühevoll nach oben. „Korrektiv nach oben“ ist eigentlich das beste Einläuten für einen baldigen Dreh nach unten.

In den USA scheint einzig der Nasdaq noch Puste zu haben. Der Technologie-Index unterscheidet klar die steilen Aufwärtsflanken von den korrektiven Abwärtsmustern. So sieht ein funktionierender Trend aus. Doch schon der Blick auf den Dow Jones und den marktbreiten S&P 500 zeigt, dass die Marktakteure nicht wirklich an Kaufgelegenheiten glauben, denn bislang hatten diese Indizes außer in kleineren Schüben intraday nichts nach oben gekonnt. So spricht vom Verlaufsmuster her aktuell deutlich mehr für „Verkauf“ mit Zielen beim Dow an und unter der 21.500er-Marke als für irgendwelche Kauf-Überlegungen. Wer hier mitmischen will, sollte nach wackeligen Aufwärtskorrekturen Ausschau halten, um dann bei bestätigendem Bruch die Fortsetzung nach unten mitzunehmen. Genau dieses Vorgehen ist sinnvoll, denn damit vermeiden Anleger zu frühe Einstiege, die wohl eher von Begeisterung als von Bestätigung getragen werden.

Was bedeutet das für den DAX? Nach dem bislang mühevollen Sommertheater mit wackeligen Kursen nach unten wäre eigentlich ein Anstieg mehr als verdient. Dieser zeigte sich ja auch schon in den vergangenen Tagen und kann auch in den kommenden noch anhalten. Doch scheint es mehr als fraglich, ob sich der deutsche Aktienmarkt wirklich gegen die global schlechte Stimmung durchsetzen kann. Daher sind gegenwärtige Schübe nach oben wohl eher mit Vorsicht oder mit kurzfristigen Trades zu genießen. Auch hier gilt: Solange die impulsiven Bewegungen nach oben und die Korrekturen nach unten gehen, ist alles gut im Sinne der Käufer. Doch dreht dieses Verhalten in den nächsten Tagen wieder – womit unter dem Einfluss der internationalen Märkte durchaus zu rechnen ist –, dann dürften auch ganz schnell die spätsommerlichen Verkäufe noch einmal in Mode kommen. Bis zur Weihnachts-Rally ist es ja noch ein bisschen hin …