Gold und Öl profitieren parallel von Gefahren in Nahost

Die Rohölpreise sind am Mittwoch nach einem iranischen Raketenangriff auf US-Stützpunkte im Irak gestiegen und erreichten zeitweise neue mehrmonatige Höchststände. Allerdings gaben die Notierungen bis zum Donnerstag deutlich nach, in erster Linie als Reaktion auf die Rede von US-Präsident Trump. Ähnliches gilt für die Feinunze Gold, die im Laufe des Mittwochs nur knapp an der Marke von 1.600 Dollar scheiterte. Wie beim Rohöl kam es jedoch später zu Gewinnmitnahmen. Was ist nun von den beiden Rohstoffen in den kommenden Monaten zu erwarten und wie sollten sich Anleger positionieren?

Bei Rohöl kann es nach Meinung von Analysten nur zu weiteren Preissprüngen kommen, wenn eine tatsächliche Unterbrechung der Öllieferungen die Versorgungslage ernsthaft gefährdet. Das momentane Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage gilt als ausgeglichen, und abgesehen von einer echten Krise in Nahost könnte nur eine deutliche Belebung der lahmen Weltkonjunktur die Situation zugunsten höherer Preise verschieben. Allerdings stünden dann amerikanische Fracking-Unternehmen Gewehr bei Fuß, um neue Lagerstätten zu erschließen. Vor diesem Hintergrund dürften die Kurschancen von Öl begrenzt bleiben und ein Direkt­investment erscheint eher unattraktiv (siehe auch Rohstoffmonitor). Allerdings bieten sich Aktien von Rohölunternehmen als interessante Alternative an. Diese verdienen auf dem momentanen Preisniveau ausreichend, um ihre Aktionäre mit hohen Ausschüttungen zu bedienen. Die Dividendenrenditen liegen aktuell teilweise über 5 Prozent.

Gold gilt zwar als die klassische Krisenwährung, aber Kursreaktionen auf geopolitische Entwicklungen haben oft nur kurzfristigen Charakter. Tatsächlich ist der Preis schon im Sommer aus einer jahrelangen Seitwärtsbewegung ausgebrochen, nicht zuletzt aufgrund der Lockerung der US-Geldpolitik. Da überhaupt nicht absehbar ist, dass auf den Anleihemärkten wieder auskömmliche Renditen erzielt werden können, ist davon auszugehen, dass es auch in Zukunft immer wieder zu Nachfrageschüben bei Gold kommen dürfte. Die meisten Rohstoffanalysten sind daher für die längerfristigen Aussichten des Goldpreises positiv gestimmt. Allerdings eignet sich Gold, anders als ein Aktienportfolio, nicht als Basisinvestment, sondern sollte nur einen geringen Anteil der gesamten Geldanlage ausmachen. Anleger, die diese Strategie verfolgt haben, sind in den vergangenen Jahren sehr gut damit gefahren. Wer für die kommenden Monate von einer Seitwärtsbewegung ausgeht, für den bieten sich Discount Zertifikate als Kurzfristinvestment an.