Mit großer Spannung blicken Anleger auf die kommende Woche.

Knapp 60 Prozent der Unternehmen in Deutschland spüren negative Auswirkungen durch die Corona-Erkrankung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des ifo Instituts. Vor allem Unternehmen aus der Reisebranche und der Gastronomie sind betroffen. Das wundert wenig, denn immer mehr Menschen bleiben aus Angst vor einer Ansteckung zu Hause. Sie verreisen nicht, und auch der Besuch des Lieblingsrestaurants bleibt aus.

Das Coronavirus ist da und belastet die Wirtschaft. Vor diesem Hintergrund werden die Umfrageergebnisse zu den ZEW-Konjunkturerwartungen besonders spannend. Sie werden am kommenden Dienstag veröffentlicht. Die ZEW-Ergebnisse haben Tradition, das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt seit 1991 monatlich Expertinnen und Experten von Banken, Versicherungen und Finanzabteilungen ausgewählter Großunternehmen nach ihren Einschätzungen und Prognosen wichtiger Wirtschaftsdaten. Im Fokus stehen auch die Konjunktur- und die Börsenentwicklung. Die ZEW-Umfrageergebnisse gelten als Frühindikator, weil sie Hinweise geben, wie es mit unserer Ökonomie weitergeht.

So weit die Theorie. In der Praxis sind natürlich auch die befragten Expertinnen und Experten nur Menschen. Auch sie können sich, bei allem Sachverstand, von Stimmungen mitreißen lassen. Zuletzt war das etwa im Krisenjahr 2008 zu beobachten, als die Finanzmärkte im Bann der Staatsschuldenkrise in Europa auf Tauchstation gingen. Damals schlitterten die Umfrageergebnisse des ZEW auf ein historisches Tief. Sicherlich nicht zu Unrecht, denn die ökonomischen Aussichten waren in der Tat sehr schlecht. Aber gerade darin lag auch eine große Chance, wie wir heute wissen – Wirtschafts- und Börsenboom der zurückliegenden Dekade feierten damals ihre Geburt.

Nun, angesichts von Corona gibt es nichts zu feiern. Das ist schon mal sicher. Und wir wissen auch nicht, wie tief die Märkte noch fallen werden. Auch deswegen dürfte die kommende Woche interessant werden. Denn neben den ZEW-Konjunkturerwartungen werden sich die Zentralbanken der USA, Japans und Chinas zu ihren jeweils turnusmäßigen Sitzungen treffen und über die Zinsen entscheiden (siehe Termine Seite 2). Manche Beobachter rechnen mit drastischen Maßnahmen, um dem Corona-Schock etwas Wirksames entgegenzusetzen. Ob das dann reicht, die Märkte zu beruhigen, bleibt abzuwarten.