Der Goldpreis erreicht ein 8-Jahres-Hoch – aus gutem Grund.

Die Feinunze Gold hat am vergangenen Mittwoch zum wiederholten Mal in diesem Jahr eine Kursmarke übertroffen. Mit gut 1.778 Dollar stieg das Edelmetall auf den höchsten Stand seit ungefähr acht Jahren. Damit ist das Rekordhoch aus dem Jahr 2011 in Höhe von 1.921 Dollar zwar noch ein gutes Stück entfernt, aber in Euro gerechnet hatte der Goldpreis im Zuge der Coronakrise bereits Allzeithochs erreicht. Das Erreichen immer neuer Kursziele erscheint durchaus realistisch, denn die Rahmenbedingungen könnten für das Edelmetall kaum besser sein.

Unabhängig von den Fundamentaldaten ist zunächst eine Beurteilung der Stimmung, mit der die Anleger die Gold-Rally begleiten, ein nicht zu vernachlässigender Faktor bei der Einschätzung des weiteren Kursverlaufs. Schädlich wäre eine Euphorie, denn Kaufwut und überbordender Optimismus leiten oft die letzte Phase einer Rally ein. Ein Blick auf den Chart verrät, dass der bisherige Kursanstieg zwar zügig verlaufen ist, aber immer wieder von Rücksetzern begleitet wurde. Das deutet auf Gewinnmitnahmen hin, die nicht durch einen starken Nachfrageüberhang überkompensiert wurden. Eine Euphorie im Markt ist daher bislang nicht zu erkennen. Neben der Stimmungslage passen auch die Fundamentaldaten. Die Unsicherheit über den weiteren Konjunkturverlauf lässt sich nicht wegdiskutieren. Konjunktursorgen sind aber der ideale Nährboden für weiter steigende Goldpreise. Auf der Nachfrageseite deutet zwar einiges darauf hin, dass die Zentralbanken nicht wie in der Vergangenheit geschehen als Käufer am Markt agieren werden. Dafür dürften aber institutionelle Anleger weiter für Nachfrage sorgen. Die Aktienmärkte haben hohe Bewertungsniveaus erreicht, und aufgrund von Befürchtungen einer zweiten Infektionswelle dürften viele Anleger geneigt sein, Gewinne mitzunehmen und in Gold umzuschichten. Wichtige Unterstützung kommt dabei von der Zinsfront. Steigende Zinsen gelten als Killer einer jeden Gold-Rally, aber davon kann gar keine Rede sei. Die Auswirkungen des Coronavirus haben dafür gesorgt, dass eine Normalisierung der Geldpolitik für die nächsten Jahre als unwahrscheinlich gilt. Die US-Notenbank (Fed) etwa hat signalisiert, dass bis ins Jahr 2023 über Zinserhöhungen noch nicht einmal nachgedacht wird.

Wenngleich also die Aussichten für Gold gut stehen, sollten Anleger nicht den Grundsatz der Diversifikation in der Geldanlage vernachlässigen. Unter Vermögensverwaltern wird für Gold oft ein Anteil in Höhe von zehn Prozent des investierten Vermögens als Richtwert genannt.