Handelskonflikt und Börsenturbulenzen treiben Gold auf 6-Jahres-Hoch

Doktor Faust dürfte sich wieder mal bestätigt sehen: Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles! Denn die Nachfrage nach dem Edelmetall treibt den Kurs scheinbar unaufhörlich nach oben, sodass am vergangenen Mittwoch der Preis für eine Feinunze erstmals seit sechs Jahren wieder die Marke von 1.500 Dollar brechen konnte. Preistreiber der Rally ist die Sorge vor den Folgen eines eskalierenden Handelskonflikts zwischen China und den USA. Unsicherheit lässt Aktienkurse taumeln und treibt Anleger in sichere Anlagehäfen, Gold ist seit jeher der Anlegeplatz Nr. 1.

Ist der Goldpreis damit auf dem Weg in neue Sphären, wie ein Rohstoffexperte jüngst schrieb? Die Bäume werden wohl nicht in den Himmel wachsen, möchte man antworten. Wenngleich die Rahmenbedingungen die Hoffnung auf einen weiteren Kursanstieg unterstützen, tun Anleger gut daran, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Die konjunkturellen Indikatoren deuten ohne Zweifel auf eine weitere Eintrübung der Weltkonjunktur hin. Von einer regelrechten globalen Rezession, die am Horizont lauert, reden bislang allerdings nur einige wenige Ökonomen. Unterm Strich haben jedoch die amerikanische Notenbank Fed und mit ihr andere Zentralbanken wegen der sich abzeichnenden Wachstumsschwäche genügend Argumente für weitere Zinssenkungen. Da Gold keine Zinsen bringt, wird das Edelmetall bei weiter fallenden Anleiherenditen für Anleger immer attraktiver. Interesse zeigen im Übrigen auch einige Zentralbanken selbst. Sie erhöhten im ersten Halbjahr ihre Goldbestände um rund 374,1 Tonnen. Ein Trend, der sich fortsetzen könnte und ein weiteres Argument für einen steigenden Goldpreis ist.

Die große Unbekannte in diesem Szenario lautet jedoch: Donald Trump. Es stellt sich die Frage, wie weit er sein Blatt nicht nur gegenüber China, sondern auch gegenüber den Europäern ausreizen wird, bevor endlich wieder Klarheit hinsichtlich angedrohter weiterer Zölle und Handelsbeschränkungen besteht. Trotz seiner Drohgebärden sollte man davon ausgehen, dass er die USA und damit auch die Welt nicht in eine Rezession abgleiten lassen will. Nächstes Jahr steht in den USA die Wahl des Präsidenten an, mit einer mauen Konjunktur wird er die Wahl kaum gewinnen können. Insofern ist früher oder später mit einem Einlenken zu rechnen.

Wenngleich das Szenario für Gold bullish bleibt, sollten Anleger die Diversifikation nicht außer Acht lassen und nur einen Teil ihres Vermögens in das Edelmetall investieren. Für Risikobewusste bieten sich Discount und Bonus Cap Zertifikate an.