Europa leidet unter Corona – und das Pfund zudem unter dem Brexit

Dass man sich im Leben immer mindestens zweimal sieht, beweist aktuell nicht nur die Corona-Pandemie – auch die Brexit-Thematik erlebt eine zweifelhafte Renaissance. Jetzt, da es nur noch gut zwei Monate dauert, bis die Übergangsphase beendet ist und der tatsächliche Austritt Großbritanniens aus der EU Realität wird, ist wieder einmal von einem harten Bruch, dem „No Deal“, die Rede. Hintergrund sind unterschiedliche Auffassungen da­rüber, wie sich zukünftig der Handel zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union gestalten soll.

Weniger nervös

Doch auch wenn die jüngsten Unstimmigkeiten zwischen beiden Parteien nach Monaten der vermeintlichen Ruhe wieder für Irritationen bei den Anlegern sorgten, hat das Britische Pfund in puncto implizite Volatilität zuletzt wieder korrigiert – und das heißt nichts anderes, als dass die Nervosität abgenommen hat. Die Hoffnung der Börsianer ist aber nachvollziehbar, schließlich dürfte sowohl Großbritannien als auch der EU an einer Einigung gelegen sein, in deren Zuge Zölle nach WTO-Vorgaben umgangen werden. Sollte ein Konsens gelingen, dürfte das Pfund zum Euro wieder zulegen – selbst wenn das Damoklesschwert der Einführung von Negativzinsen, mit denen die Bank of England der Coronakrise entgegenwirken würde, über der Währung schwebt und mit einer gewissen Schwankungsbreite auch in der näheren Zukunft zu rechnen sein dürfte.

Währungspaar Kürzel Wechselkurs Veränderung zur Vorwoche in % Veränderung seit Jahresanfang in % 5-Jahres-Veränderung in %
Euro/US-Dollar EUR/USD 1,18 0,83 5,22 7,09