Für das Währungspaar EUR/GBP ist der Brexit entscheidend

Wenn es um den Euro und das Britische Pfund geht, spielt oft der Brexit die Hauptrolle. Selbst zu Coronazeiten dominiert der Aus- tritt der Briten aus der EU das Geschehen beider Währungen. EUR/GBP tendiert seit Ausbruch der Pandemie freundlich. Während der Marktverwerfungen von März schnellte der Eurokurs rapide nach oben, beruhigte sich aber schnell wieder, als klar war, dass die Notenbanken alles unternehmen würden, um ein Überspringen der realwirtschaftlichen Krise auf das Finanzsystem zu verhindern. Seitdem bestimmen wieder verstärkt Konjunkturdaten das Geschehen. Auch hier behält die Eurozone gegenüber dem Königreich die Oberhand.

Risiken für das Pfund überwiegen

Allein der Juni bot eine Reihe schlechter Nachrichten für das Britische Pfund: Das BIP entwickelte sich schlecht, und auch das verarbeitende Gewerbe brach dramatisch ein. Positive Signale gab es dagegen vom Einzelhandel. Innerhalb der Eurozone sorgten vor allem die guten Einkaufsmanagerindizes und die für Mai geringer als erwartet ausgefallene Arbeitslosenquote für gute Stimmung. Der nahende Brexit dürfte mit oder ohne vertragliche Regelung für Großbritannien größere Risiken bergen. EUR/GBP dürfte daher noch länger unterstützt bleiben. Wohin die Reise gehen kann, hat der deutliche Anstieg der Gemeinschaftswährung im März gezeigt. Das Chance-Risiko-Profil scheint daher auf der Long-Seite günstiger zu sein.