Die Türkei leidet stark unter der Krise – und somit auch die Lira

Die Eurozone hat die aktuelle Krise bisher weitaus besser überstanden als viele andere Regionen rund um den Globus – und zwar nicht nur, was die Anzahl der Coronainfizierten, sondern auch was die wirtschaftliche Entwicklung angeht. Nicht von ungefähr hat sich daher auch der Euro seit dem Ausbruch der Krise gegenüber zahlreichen anderen Währungen recht wacker geschlagen. Besonders kräftig aufgewertet hat die europäische Gemeinschaftswährung zur Türkischen Lira.

Euro könnte weiter zulegen

Problematisch ist vor allem, dass die Türkei stark von den Einnahmen der Touristikbranche abhängig ist – und dieser Sektor im Zuge der Coronakrise besonders stark gelitten hat. Zwar wird der Flugverkehr zwischen der Türkei und anderen Staaten nun wieder sukzessive hochgefahren; dies ändert aber nichts am bisher zu verzeichnenden Schaden. So schrumpften Medienberichten zufolge die Besucherzahlen in den ersten fünf Monaten um rund 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die hohe Arbeitslosigkeit von rund 13 Prozent und die Unsicherheit über die weitere Entwicklung belasten den Binnenmarkt, während die Exporte unter den Konjunktureinbrüchen in anderen Staaten leiden. Folge: Für 2020 erwartet der Internationale Währungsfonds einen BIP-Rückgang von rund 5 Prozent. Dass die Türkische Lira angesichts dieser Gemengelage nun zum Euro aufwerten wird, ist zwar nicht ausgeschlossen, aber alles andere als wahrscheinlich.