Nach drei Verlusttagen in Folge versucht sich der DAX über dem bisherigen Monatstief bei 10.260 Punkten zu stabilisieren. Die Vorgaben aus Übersee fallen gemischt aus: Während an der Wall Street besonders die Technologiewerte zulegten, belasteten in Japan deutliche Verluste bei Bankaktien. Einige wichtige Termine könnten heute durchaus für erhöhte Volatilität sorgen.

Am Ölmarkt ist der Fokus weiterhin auf das Treffen von Vertretern wichtiger Förderländer in Algier gerichtet. Zudem werden um 16.30 Uhr die wöchentlichen US-Öllagerbestände gemeldet. Um 15.30 Uhr hält EZB-Chef Mario Draghi eine Rede vor dem Europa-Ausschuss des Bundestages in Berlin. Auch in den USA werden sich ab dem frühen Nachmittag einige Top-Notenbanker äußern. Investoren hoffen auf Hinweise, wann und wie schnell die Fed die Zinsen anheben könnte.

Viele Risikofaktoren

Rein statistisch gesehen sind die Voraussetzungen für steigende Kurse an den Aktienmärkten eigentlich recht gut. Im historischen Durchschnitt kletterte der DAX im vierten Quartal um knapp acht Prozent. Kurz vor dem Monatswechsel ist die Verunsicherung aber wieder spürbar gestiegen, zahlreiche Ereignisse könnten in den kommenden Wochen einen ausgewachsenen Herbststurm auslösen. Ganz oben auf der Agenda steht die US-Präsidentschaftswahl am 8. November. Für den 9. und 19. Oktober sind weitere TV-Duelle zwischen Hillary Clinton und Donald Trump angesetzt.

Auch in Europa steht mit dem Verfassungsreferendum in Italien eine Abstimmung vor der Tür, die das Potenzial hat, die Märkte in Turbulenzen zu stürzen. Sollte die Reform abgelehnt werden, hat Ministerpräsident Renzi seinen Rücktritt angekündigt, was Neuwahlen nach sich ziehen könnte. Ein Sieg der eurokritischen Parteien würde nicht nur neue Diskussionen um einen Austritt Italiens anstoßen, sondern könnte auch mit Blick auf die wichtigen Wahlen im kommenden Jahr in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden für Verunsicherung sorgen. Vor dem Hintergrund der hohen Haushaltsdefizite und Schuldensalden in vielen Euro-Staaten sowie der mangelnden Reformbemühungen dürfte die Nervosität an den Märkten wieder steigen. Die Notenbanken bleiben daher in der Pflicht. Für den 20. Oktober und 8. Dezember sind die nächsten Sitzungen der EZB angesetzt, die Fed rückt am 2. November und 14. Dezember in den Fokus.