Eine saubere Sache

Nachhaltige Kapitalanlagen, die ökologische und gesellschaftliche Aspekte berücksichtigen, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Doch kann man mit ihnen auch Gewinne erzielen? Und was ist eine nachhaltige Kapitalanlage überhaupt?

Was denken Sie, wie viel Kohlenstoffdioxid beim Transport eines sagen wir mal 50 Kilogramm schweren Pakets, das vom Ruhrgebiet ins südliche Bayern transportiert wird, ausgestoßen wird? Nun, laut Berechnungen des Logistikdienstleisters DHL sind es rund drei Kilogramm CO2. Dabei wird lediglich der Spritverbrauch des Transportfahrzeugs berücksichtigt, eine Methode, die als Tank-to-Wheel bezeichnet wird. Bezieht man auch die Herstellung des Sprits mit ein, die Förderung des Öls und die Raffination zu Benzin oder Diesel, dann sind es sogar rund vier Kilogramm CO2.

CO2 ermöglicht Leben.

Eine stolze Menge, die verdeutlicht, wie stark unsere Umwelt durch die vielen Millionen Pakete belastet wird, die tagtäglich befördert werden. Dabei macht der Pakettransport nur einen Bruchteil der Gesamtmenge an CO2-Emissionen aus. Der Autoverkehr allgemein, die Erzeugung von Energie, die Industrie und die Luftfahrt – es gibt viele Verursacher von CO2. Im Schnitt, so etwa die Umweltorganisation World Wildlife Fund (WWF), produziert jeder Bundesbürger durch sein Konsumverhalten, durch seine Art der Fortbewegung und seine Ernährung im Jahr 10,6 Tonnen CO2.

Dabei ist CO2 nicht pauschal schlecht für die Umwelt. Ganz im Gegenteil, ohne CO2, das auch zur Gruppe der Treibhausgase gezählt wird, gäbe es kein Leben auf der Erde. Denn erst die Treibhausgase reflektieren die von der Erde ausgehende Wärme, die zuvor von der Sonne erhitzt wurde. Dadurch einsteht ein recht behagliches Klima, das das Leben, so wie wir es kennen und definieren, überhaupt erst möglich macht. Zudem ist CO2 „Nahrung“ für die Pflanzen, sie nehmen es auf und wandeln es mithilfe der Photosynthese in Zucker um.

Weltklima in Gefahr.

Doch wie so oft im Leben ist alles eine Frage der Menge. Nehmen die Treibhausgase zu, nimmt die Konzentration von CO2 in der Luft zu stark zu und das labile „Erdenklima“ droht zu kippen. Wurden etwa noch Mitte der 1960er im Schnitt nur etwa elf bis zwölf Milliarden Tonnen CO2 weltweit ausgestoßen, so dürfte es 2014 laut Berechnungen des BP Statistical Review of World Energy schon mehr als die dreifache Menge gewesen sein, nämlich über 35 Milliarden Tonnen.
Die Folgen dieser dramatischen Vermehrung sind deutlich zu spüren – es wird wärmer, wärmer und immer wärmer. Das hat wiederum zur Konsequenz, dass das Eis an den Polkappen schmilzt, der Meeresspiegel steigt, schwere Stürme zunehmen, Überschwemmungen und Verwüstungen zur Alltäglichkeit werden.

350 Millionen Klimaflüchtlinge.

Was dann kommt, ist ebenfalls vorhersehbar: immer mehr Menschen machen sich in den besonders von Unwettern bedrohten Gebieten auf, packen ihre Sachen und ziehen in Gegenden, die noch vergleichsweise sicher sind, so etwa nach Mitteleuropa und Nordamerika. Was da auf uns zukommt, so die überwiegende Einschätzung von Klima- und Bevölkerungsexperten, ist eine Völkerwanderung biblischen Ausmaßes. Bis 2050, so eine Studie der Vereinten Nationen (UN), könnten bis zu 350 Millionen Menschen vor den Folgen der Klimaerwärmung flüchten. Derzeit sind es laut Schätzungen von Greenpeace etwa 20 Millionen Menschen.